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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. August 2007 Brief an die Herausgeber Eine fragwürdige Umfrage Unter der Überschrift „Merkel verteidigt Grönland-Reise" veröffentlichten Sie am 20. August unter anderem die Ergebnisse einer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage, die ergab, dass „Klimapolitik den Deutschen ein zunehmend wichtiges Anliegen ist“. Danach wollen zwei Drittel der Befragten, dass „mehr für den Klimaschutz“ getan wird. Ein etwa gleicher Prozentsatz will keine „klimaschädlichen" Kohlekraftwerke und fordert außerdem strenge Tempolimits auf der Autobahn. Eine solche Reaktion der Befragten provoziert geradezu eine Frage: Was wissen die Bürger unseres Landes eigentlich wirklich über die Themen, über die sie ihre Meinung kundtun dürfen, auf dass die Politik sich danach richte? Ich bin davon überzeugt, dass mindestens 99 Prozent der Deutschen keine Ahnung haben über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge, die hinter dem Begriff „Klimaschutz“ stehen. Meinungsumfragen zu komplexen naturwissenschaftlich-technischen Fragen, die kaum ein Bürger in unserer „so hoch gebildeten“ Nation begreift, sollte man unterlassen. Sie liefern lediglich die Ergebnisse, die man vorher den Konsumenten unserer Mediengesellschaft tagaus, tagein eingetrichtert hat, damit sie genau das glauben, was bestimmte Politiker brauchen, um an ihren Fleischtöpfen sitzen bleiben zu können. Sie führen aber gleichzeitig - da sie als „Vox populi“ ausgegeben werden - zu politischen Entscheidungen, die sowohl wissenschaftlich als auch volkswirtschaftlich verhängnisvoll sind. Dr. rer. oec. Dietmar Ufer, Leipzig |
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