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Dipl.-Met. Klaus-Eckart Puls                                                                      Telefon   04745 / 93 17 57

Im Mühlenfeld  17                            

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22.08.2007

 

Fin. Times Deutschland

Leserbrief-Redaktion      c/o  e-mail   leserbriefe@ftd.de

 

L e s e r b r i e f

zu: "Vor uns die Sturmflut",  FTD 16.08.07, S.11

 

Sturm im Wasserglas  -  nicht an den Küsten !

In dem o.a. FTD-Artikel heißt es u.a.: "Meteorologen und Klimaforscher sagen stärkere und häufigere Stürme auf Nord- und Ostsee voraus...". Nein, das tun sie nicht  -  ganz im Gegenteil!  So wies kürzlich der Direktor des Max-Planck-Instituts Hamburg ausdrücklich darauf hin: "In unserem Computermodell brauen sich weder mehr Stürme noch stärkere Stürme über uns zusammen")1. Gleichbedeutend sagt der Deutsche Wetterdienst : "Orkane der Größenordnung von "Kyrill" (18.01.2007) sind alle 10-20 Jahre zu erwarten. Ein direkter Bezug zum Klimawandel läßt sich aus solchen Einzelereignissen nicht herstellen. Betrachtet man die Stürme und Orkane der letzten 30 Jahre, so hat bislang weder deren Häufigkeit noch deren Intensität zugenommen")2. Die Klima-Institute wollen schließlich nicht sich selbst widersprechen, denn: Die Erderwärmung ist in den polaren Breiten am stärksten, daraus folgt meteorologisch eine Abschwächung des Temperatur- und Luftdruck-Gradienten in den gemäßigten Breiten, daraus ergibt sich physikalisch zwangsläufig eine Abschwächung der Sturm-Intensitäten! Genau das bestätigt eine Untersuchung für die letzten 50 Jahre auf dem Nordatlantik und der Nordsee)3: Seit einem relativen Maximum um 1990 (Vivian, Wiebke...) haben im Nordatlantik und in der Nordsee schwere Stürme, Sturmfluten und der Index der Nordatlantischen Oszillation (NAO) bis 2006 kontinuierlich abgenommen. Seit Winter 2006/07 gibt es wieder eine Zunahme, was einer normalen Schwankung entspricht und mit irgendeiner Klima-Katastrophe nicht das Geringste zu tun hat.

Weiter heißt es in FTD (s.o.): "Angesichts steigender Fluten ... fordern Experten mittlerweile das Undenkbare...". Jedoch  -  das Undenkbare scheint für einige selbsternannten Experten die Ignoranz der Fakten zu sein: Der Meeresspiegel-Anstieg hat sich deutlich verlangsamt, von 40 cm pro Jahrhundert im Zeitraum 1600-19004 auf 17 cm im 20.Jh.; von 10 cm 1900-1950 auf 7 cm 1950-20005.  Wahrscheinlich hat diese "Verlangsamung" mit dazu beigetragen, daß selbst das in Katastrophen-Verkündigungen nicht gerade zimperliche IPCC seine Prognosen für 2100 zurückgenommen (!) hat, nämlich von maximal 88 cm (IPCC 2001) auf maximal 59 cm (IPCC 2007), mit einem unteren Wert von gerade mal nur 18 cm!

Daher kommt auch DER SPIEGEL nach einer Umfrage bei den Klima-Instituten zu dem Ergebnis: "Je länger die Forscher ihre Supercomputer rechnen lassen, desto mehr verflüchtigt sich die Sintflut6"

 

 gez.  Klaus-Eckart Puls

 

Die u.st.  aufgeführten Quellen dienen der Nachprüfbarkeit meiner Aussagen durch die FTD-Redaktion:

)1  Jochem Marotzke, Direktor MPI HH, in DER SPIEGEL, 7.5.2007, Abschied vom Weltuntergang,  S.145

)2  Pressemiteilung DWD vom 22.01.2007, www.dwd.de

)3  K.E.Puls, Witterungstrend von Stürmen, Sturmfluten und Nordatlantischer Oszillation, NR 11/2006, S.605

)4  K.-E. BEHRE, Probleme der Küstenforschung, Bd.28, Isensee-Verlag, Oldenburg, 2003

)5  http://www.agu.org/pubs/crossref/2007/2006GL028492.shtml, S. J. Holgate vom Proudman

     Oceanographic Laboratory, Liverpool, UK, 2007

)6  DER SPIEGEL, 07.05.07, Abschied vom Weltuntergang, S. 146

 

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