![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Translate from German to ...? | Klima-Presse | deutsche Klima-Wissenschaft | Klima-Wissenschaft international | Presse-Info | start | |
|
Jürgen Roesicke Dipl.-Ing. Sehr geehrter Herr Dietze, wie verabredet gehe ich
nachfolgend ein auf die Erwiderung Ihrer Mail auf meine an Herrn Rahmstorf
(PIK) gerichteten Fragen zum Thema „Treibhauseffekt“ und auf unser persönliches
Gespräch am 12.11.08. Sinn des Gespräches war die Herbeiführung einer Klärung
der Ursachen unterschiedlicher Auffassungen zur Existenz eines
„Treibhauseffektes“ – im folgenden als Treibhauspostulat (THP) bezeichnet. Ich
behandele hier der besseren Übersicht halber
nur die wesentlichen Punkte – also die eigentlichen „Knackpunkte“
des Dissenses. Gegebenenfalls
können weitere Erörterungen folgen. Das THP behauptet die Möglichkeit einer Erwärmung des
Globus „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ ohne dafür zusätzliche Energie von
der Sonne zu benötigen; mehr noch: die Sonne wird als Energielieferant in
diesem Modell ausgeschlossen. Da die Sonne mit dem Globus
in einem Strahlungsgleichgewicht steht – d.h.: eingestrahlte Energie in den
Globus ist gleich seiner abgestrahlten Energie – ist sein Energieinhalt Q zu
jedem Zeitpunkt gleich; also Q = const. Ferner gilt für den Energieinhalt Q die Beziehung (z.B.:
Gerthsen; „Physik“, bei Springer): Q = T · M Hierbei steht T für die
Temperatur in °K und M für die Masse. Aus dieser simplen Gleichung,
die die Dimension des Energieinhaltes beschreibt, geht hervor – das sagt allein
schon der gesunde Menschenverstand – daß eine Erwärmung des Globus um einen
Betrag ΔT °C bei gleichem Q ausgeschlossen ist. (Auf eine
Veränderung der Masse M wird weiter unten eingegangen). Es kommt hinzu: eine
(angenommene) Temperaturerhöhung erfordert wegen der Proportionalität von
Strahlung und Temperatur (Stefan/Boltzmann-Gesetz) eine sofortige Erhöhung der
Abstrahlung des Globus, wodurch dem THP
die Grundlage (gleich bleibende Ein- und Abstrahlung) entzogen ist. Wer nun trotzdem auf eine
Erwärmung des Globus (Erde+Atmosphäre) gemäß dem THP beharrt, muß sich einen
Verstoß gegen den Ersten Hauptsatz der Thermodynamik vorwerfen lassen – Energie
kann nicht aus dem Nichts entstehen. Kurz: das THP ist
physikalisch unmöglich. Zur Aufrechterhaltung des THP
wird dennoch verschiedentlich versucht durch eine Argumentation zu entkommen,
wonach zwar im Globus Q nicht verändert wird, aber zusätzliche, neue Zonen
unterschiedlicher Temperatur entstehen. Also: es wird irgendwo wärmer, dafür
anderswo kälter. Die Konsequenz dessen wäre ein höherer Ordnungsgrad im System, eine höhere Strukturierung, geschaffen durch
das THP. Dazu sagt jeder Physikstudent
im ersten Semester: eine Erhöhung der strukturellen Entropie erfordert in
gleichem Maße eine Verringerung der thermodynamischen Entropie, (siehe hierzu
etwa Büchel, „Philosophische Probleme der Physik“ bei Herder), und auch das ist
ohne zusätzliche Energie, die das Postulat verweigert, nicht zu machen. Damit stirbt das THP zum
zweiten mal durch Verstoß gegen den Zweiten Hauptsatz. Um trotz alledem weiter am
THP festzuhalten – und damit komme ich zum „Knackpunkt“ – entwickelten Sie,
lieber Herr Peter Dietze (PD), eine wie ich glaube eigene, private
Deutungsweise. Sie sagen: der Globus kann
doch wärmer werden; auch ohne Energiezufuhr – und es müssen auch keine
Strukturänderungen in der Energieverteilung angenommen werden. Die Erwärmung
würde hervorgerufen durch einen „Kühlungsstau“.
Einen solchen Kühlungsstau gäbe es nur in einem „Fließgleigewicht“ –
während meine Überlegungen und Beweise zur Unmöglichkeit des THP auf ein
statisches Gleichgewicht aufbauen. Der Kühlungsstau würde bewirkt durch einen
Strahlungsstau, auf jeden Fall aber durch die „Gegenstrahlung“. Diese wiederum
wird hervorgerufen durch die Gegenwart von CO2 in der Atmosphäre. Für diese Sichtweise hege ich
sehr große Zweifel und will versuchen, die Widersprüche auszuleuchten. Zunächst einmal setzt ein
„Kühlungsstau“ (das ist Ihr Wort) eine Kühlung voraus. Und Kühlungsleistung ist
nun: -ΔT°C/t (t für Zeit). Aber eine Kühlung ist nicht zu
erkennen. Ohne Zweifel strahlt der Globus ständig Energie ab; aber die wird (im
Mittel) augenblicklich durch die Einstrahlung ersetzt. Somit ist ΔT = Null;
d.h.: keine Kühlung. Viel unverständlicher aber
ist Ihr „Energiestau“ oder „Strahlungsstau“. Was passiert dabei? Wie muß man
sich das vorstellen? Wird Energie
gestaut, dann bleibt sie drinnen wo sie ist, von wo sie eigentlich abfließen
sollte und erhöht dort die Energiemenge und
- das ist Ihr Credo – auch die Temperatur. Aber im gleichen Moment
erhöht sich mit der höheren Temperatur auch die Energieabstrahlung, vielleicht
in einem veränderten Strahlungsspektrum, was aber „unterm Strich“ völlig
belanglos ist. Sofort stimmt das
Energiegleichgewicht Ein/Ausstrahlung nicht mehr. Nimmt man hingegen einen
Strahlungsstau an, was geringere Strahlung bedeutet, so bedeutet geringere
Strahlung gleichzeitig eine niedrigere Temperatur. Aber eine höhere wird nach
PD postuliert. Das ist dann eine Umkehrung der Proportionalität von Strahlung
und Temperatur, was (Stefan/Boltzmann beachten!) nicht hinnehmbar ist. Also, es
sind schon grobe „Kinken“ in dieser PD-Theorie. Energiefluß und Strahlung
sind grundsätzlich nicht zu stoppen und zu stauen. Man kann einen
Heißwasserkreislauf anhalten, das ist ein Massestau; aber die Energieflüsse
gehen trotzdem weiter, wenn auch unter veränderten quantitativen Kautelen. Aber immer von warm nach kalt bis
zum Energieflussgleichgewicht – bis die Potentialdifferenz ausgeglichen ist;
zeitlich exponentiell. Grundsätzlich: Änderungen der Temperatur setzen
Potentialdifferenzen voraus; erst dann kann Energie „fließen“, übertragen
werden. Und das entweder durch Strahlung oder durch Wärmeleitung oder beides. Nach Ihrem Modell, Herr
Dietze, geht die Temperaturerhöhung von der Erde aus, in der der „Stau“
stattfindet. Hier würde letztlich eine Potentialdifferenz entstehen sollen, die
zum Wärmefluß in die Atmosphäre und so zur globalen Erwärmung führt. Damit –
haben Sie es bemerkt? – stehen Sie im Gegensatz zu Rahmstorf. Der nämlich, man
faßt sich an den Kopf, holt die Energie (Schellnhuber, Rahmstorf; „Der
Klimawandel“ Verlag C.H. Beck-Wissen) aus dem „Treibhausgas“ CO2; und zwar als
„zusätzliche“ Energie – obwohl diese Energie schon im System enthalten ist. Sehen Sie – der
braucht für sein Treibhaus „zusätzliche“ Energie – Sie nicht, Herr PD; Sie
stauen. (Und ich staune). Egal für welches Modell man
sich entscheidet, es funktionieren beide nicht. Sie, Herr PD kommen auch nicht
ohne die „Gegenstrahlung“ als Energiequelle aus; Sie sagen: Der Stau wird durch
die Gegenstrahlung bewirkt. Aber diese Strahlung transportiert Energie weg vom
CO2, hinunter in den stauenden Erdboden/Wasseroberfläche. Also doch wie bei
Rahmstorf? Ich verstehe dieses Durcheinander nicht. Auf jeden Fall wird in
beiden Denkansätzen die aus dem CO2 wegtransportierte Energie von der Erde
wieder an die Atmosphäre zurück gegeben bzw. vorher genommen, oder umgekehrt -
Plus/Minus Null ist die Bilanz. Gleichgewicht!; es kann nicht anders sein.
Übrigens schön zu sehen bei Kiehl und Trenberth. Ein tolles Treibhaus – eher
ein durchtriebenes Tollhaus. Also: ein „Stau“ ist keine Möglichkeit der Temperaturerhöhung,
will man damit die Schaffung von Potentialunterschieden vermeiden, was Sie doch
wollen. Der Begriff „Stau“ wird physikalisch nicht gedeckt. Insofern ist auch die von
Ihnen oft strapazierte Metapher eines Stauwehres unbrauchbar. Die erste Macke
besteht schon darin, daß im Gleichnis ein Potentialunterschied zwischen Berg-
und Talstufe angenommen wird. In der Realität besteht Gleichheit. (Gleichheit
der Temperaturen zwischen Erde und Atmosphäre, bevor der Treibhauseffekt
veranstaltet wird). Diese Gleichheit besteht trotz der Tatsache, daß pro
Zeiteinheit sehr viel Energie durch das System fließt. Eine Bemerkung dazu: Eine Wärmeströmung kann
stationär gehalten werden, wenn man an einem Orte höherer Temperatur T1 durch
eine „Quelle“ dauernd Wärme zuführt und an einem Orte tieferer Temperatur T2 in
einer „Senke“ die zuströmende Wärme abführt, so daß die Temperaturdifferenz T1 –
T2 konstant bleibt. Da aber die Orte der Temperaturen T1 und T2 identisch sind
(Erdoberfläche), ist diese Differenz gegenstandslos. Jetzt ziehen Sie die
Staumauer hoch (diesen Schritt deuten Sie in der Realität als das Zufügen von
CO2 in die Atmosphäre) und sagen: der Anstieg des Spiegels der Bergseite ist
eine Temperaturerhöhung. Sie vergessen dabei – und das ist die zweite Macke in
Ihrem Beispiel – daß dadurch ein Potentialunterschied geschaffen wird, der
Energie verbraucht, die aus dem System selber kommen muß. Sie übersehen
weiterhin, daß durch/während das/des Erhöhen(s) des Wehres auf der Talseite
eine Erniedrigung des Spiegels eintritt – so lange, bis das Wehr wieder
überläuft. Das bedeutet umgesetzt in die Realität eine Verminderung der
Temperatur in der Atmosphäre. Damit ist wieder die Struktur erhöht worden -
aber das hatten wir schon. Kurz: Dieses Beispiel ist
denkbar ungeeignet zur Klärung des THP. Es wird nicht ein einziges Beispiel,
nicht eine einzige Metapher geben, die das kann; denn: was es nicht gibt - kann
man nicht erklären. Das ist auch Herrn Rahmstorf in seinem Buch vollkommen
mißlungen. Eine andere Gruppe von
Metaphern entpuppt sich immer als eine Verbesserung einer Isolierfunktion.
(Pelzmantel gegen Kälte, Isolierung der Hausmauer, Stop von Kühlkreisläufen bei
Maschinen, Kraftwerken usw...). Die Isolierung wird
grundsätzlich verbessert durch Massenverringerung des passiven Strahlers, d.h.
des Energieempfängers. Und zwar so: ohne Mantel steht die gesamte Umgebung zur
Erwärmung an; mit Mantel nur die Luft zwischen Mantel und Körper. Dieses Schema
ist durchgängig; nur: man muß es in den Beispielen erkennen. Mit dem THP hat das nichts zu
tun. Ich gehe hierauf nicht weiter ein. J. Roesicke |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |