Ein Kommentator beruft sich auf sogenannte "Externe
Begutachtung", welche angeblich die Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen
Veröffentlichungen erhöht. Diese „Externen Begutachtungen“, man sollte sie
besser "Konformitätsbescheinigungen" nennen, haben mit Wissenschaft
und wissenschaftlichem Weiterkommen/Fortschritt überhaupt nichts zu tun.
Vielmehr dienen diese als Spionagemittel, Diebstahlinstrument und zur Zensur.
1. Spionage: Eine neue Erkenntnis ist zwangsläufig nicht im
Einklang mit dem alten Stand der Erkenntnis und dem Stand des Wissens des
"Externen Begutachters". Konformität: nein. Der „Begutachter“ erhält aber auf diese Weise
Kenntnis von den Erkenntnissen anderer.
2. Diebstahlinstrument: Wenn der "Externe
Begutachter", der auf dem Stand der alten Erkenntnis ist, merkt, dass die
in der ihm vorgelegten Arbeit dargelegte Erkenntnis zwar richtig, aber nun mal
leider nicht von ihm, dem "Externen Begutachter" stammt, dann hilft
schon Ablehnen der Veröffentlichung, Bewahren der gerade erfahrenen, schnell
angeeigneten Erkenntnis für spätere eigene Veröffentlichungen. Denn erst durch
Veröffentlichung können Urheberrechte geltend gemacht werden, die tatsächlichen
Entdecker sich bekannt machen.
3. Zensur: "Externe Begutachter", besonders noch
solche, die sich mit dem Verbreiten ihrer Ansichten auf politisch bezahlten
Pöstchen befinden, müssten schon eine Art Harakiri begehen, wenn sie es
zuließen, dass andere als die eigenen Ansichten als wissenschaftliche
Erkenntnis veröffentlicht werden dürfen. Aber auch schon die Bewahrung der
eigenen Position verhindert, dass Erkenntnisse, die denen der "Externen
Begutachter" zuwiderlaufen, eine Chance zur Veröffentlichung bekommen. Die
Geschichte liefert genügend Beispiele:
Kopernikus, Galilei seien nur Auszugsweise genannt (Schon mal Brechts„Leben des Galilei“ gesehen? Sehr
zu empfehlen!).
Und welche Zeit vergeht, bis eine neue Theorie Platz
gegriffen hat, das ist wohl an Alfred Wegeners Kontinentaldrifttheorie zu
erkennen, das waren etwa 50 Jahre! Hätten Bohr, Planck, Einstein jemals ihre
Erkenntnissen "Extern begutachtet" veröffentlichen können/dürfen?
Heinz Thieme,