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Barack Obama und der globale Klimawandel

Wolfgang Thüne

Am 4. November 2008 wurde Barack Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Selten wurde eine Wahl weltweit von den Medien so intensiv verfolgt, wurde eine Wahl so enthusiastisch gefeiert, wurde ein gewählter Präsident mit so viel Vorschusslorbeer ausgestattet. Welches sind die Gründe für den Klimawandel in Amerika und worauf beruht unsere grenzenlose Zuneigung?

In seiner Dankesrede an die amerikanische Nation sagte Obama: „Es hat lange gedauert, aber heute Nacht hat der Wandel in Amerika angefangen.“ Diesen Wandel unterstreichend richtete er eine Botschaft an die Welt: „Denen, die die Welt in den Abgrund stürzen wollen, sage ich hier: Wir werden Euch besiegen!“ Der unterlegene Kandidat der Republikaner John Mc Cain versicherte Obama gegenüber: „Was immer uns trennt, wir alle sind Amerikaner.“ Dieses Signal ist eindeutig: In erster Linie geht es darum, Amerika wieder moralisch und ökonomisch aufzurüsten, um zweitens so gestärkt seine Führungsrolle in der Welt wieder zu stärken und seine Vormachtstellung zu festigen.

Dies sind die nüchternen Fakten, die man bei aller euphorischen Zuneigung zu dem sowohl im Senat wie im Repräsentantenhaus mit Mehrheit ab 20. Januar 2009 regieren könnenden Demokraten Barack Obama berücksichtigen muss, um nicht von seinem „Liebling“ enttäuscht zu werden. Die weitgehend emotional gesteuerte und rational wenig fundierte Zustimmung für Obama, dem ersten „Schwarzen Präsidenten“, zeigt sich daran, dass seine weiße Mutter zwar beiläufig erwähnt, aber tatsächlich ignoriert wird.

In seiner Chicagoer Siegesrede verkündete Barack Obama weiter, dass er einen „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“ anstrebe, sein „Augenmerk auf die allgemeine Kaufkraft und die Investitionsneigung der Unternehmen“ richten und „Umweltschutz weltweit“ anstreben werde. Dies ließ ohne konkreten Anlass alle Klimaschutzfreunde in aller Welt aufjubeln, sehen sie doch in Obama einen Retter, der sie in ihrem Wunschdenken endlich von ihrer Klimaphobie befreit und das Weltklima rettet, in letzter Sekunde. Vor allem müsse Barack Obama die USA sofort dem „Kyoto-Prozess“ unterwerfen, um den drohenden klimatischen Weltuntergang abzuwenden.

Doch ist Barack Obama der Heilsbringer, der Messias, der Retter aus der Klimanot? Obama weiß sehr wohl um die Bedeutung des Klimas im Wahlkampf, ist doch die Politik nichts anderes als ein Kampf um die Wählergunst oder die Zuneigung der Wähler, mit anderen Worten, ein „Kampf ums Klima“! Sein Charisma, seine Rhetorik hat Obama geschickt zu nutzen gewusst, um die latente Abneigung gegenüber George W. Bush in Zuneigung für sich um zu wandeln.

Alle weitergehende Klimaeuphorie ist zunächst Wunschdenken. Obama ist zu sehr Realist, um einzusehen, dass auch eine Weltmacht USA nicht in die „Geschicke des Himmels“ eingreifen und sich mitsamt der Atmosphäre das Wetter weltweit untertan machen kann. Die USA können nicht einmal den Hurrikanen befehlen, vor ihren Grenzen halt zu machen, um in den Süd- und Südoststaaten keine Sturmschäden oder Überschwemmungen anzurichten. Ebenso sind die USA ohnmächtig gegenüber den Blizzards oder Tornados, die immer wieder verheerende volkswirtschaftliche Schäden anrichten.

In den USA gibt es zwar auch eine wachsende Zahl an Idealisten und Illusionisten, die sich intellektuell über die Schöpfung erheben, aber dort herrscht ein anderes, weitaus offeneres Geistesklima als im EU-Europa. Über alle Parteigrenzen hinweg gibt es immer noch ein tragfähiges Fundament an Realismus und Pragmatismus, das verhindert, dass sich die USA blind dem Kyoto-Prozess unterwerfen, um ihre Souveränität aufzugeben. Natürlich weiß man in den USA: „Geld regiert die Welt!“ Doch so verlockend und lukrativ das Milliarden-Geschäft, der Emissionshandel mit „heißer Luft“ auch sein mag, man weiß inzwischen aus schmerzlicher Erfahrung, dass jede Spekulationsblase eines Tages platzt. Und je höher der Ballon mit heißer Luft steigt, eines Tages platzt er und umso tiefer ist der Fall.

So sehr auch die ideologischen Vorkämpfer und Protagonisten der „Eine-Welt-Bewegung“ auf die Weltregierung hinsteuern und den Kommandanten für das „Raumschiff Erde“ suchen, kaum eine Nation ist zur Selbstaufgabe bereit. Diese Bereitschaft sinkt mit Zunahme der Erkenntnis, dass die angedrohte Klimakatastrophe nichts als ein zahnloser Papiertiger ist, um Ängste zu schüren und die Herde oder Masse Mensch besser leiten, lenken und melken zu können.

Weise, Schriftgelehrte und Zukunftsdeuter hat es schon zu Urzeiten gegeben. Heute haben wir ein Heer von wissenschaftlich vorgebildeten, die Politik beratenden Experten und Räten. Dazu gibt es die meinungsbildenden, unsere Psyche beeinflussenden Spin-Doktoren. Mögen sie auch die Mehrheit zu untertänigen Klimaschützern umerzogen haben, doch eines nicht fernen Tages wird die Masse wieder zur Einsicht kommen und skandieren: „Die Klima-Experten sind ja nackt!“

Die Menschen werden feststellen, dass die „Klimakatastrophe“ kein wirkliches, sondern nur ein eingebildetes Gespenst ist, dass Klima gar keine Realität hat, ein Abstraktum, ein „Ding an sich“ ist. Die Wirklichkeit heißt nicht nur Wetter, sie ist das Wetter. Nur das Wetter spüren wir, ohne es beeinflussen zu können. Es ist die Wettermannigfaltigkeit auf der Erde, die deren biologische Vielfalt verursacht und die es zu schützen gilt! Barack Obama ist zu sehr Realist, um das utopische Ziel einer „globalen Klimagerechtigkeit“ zur weltpolitischen Doktrin zu erheben. Das ist weder erreichbar noch erstrebens- und wünschenswert! 

Oppenheim, den 16. November 2008

Gez. Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Met.

 

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