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1. Wohin verschwindet die Wärmestrahlung der Erde? Die Erde strahlt wie jeder andere
temperierte Körper auch permanent Energie ab, die sich in Form elektromagnetischer Wellen geradlinig in alle
Raumrichtungen mit einer Geschwindigkeit ausbreitet, die mit der
Lichtgeschwindigkeit im Vakuum von etwa 300 000 km/s übereinstimmt. Dieser Energiestrom wird im allgemeinen als
„elektromagnetische Strahlung"1 bezeichnet. Die
Intensität der Strahlung hängt von der absoluten Temperatur des Körpers ab, ihr Spektrum reicht von der
Gammastrahlung über die Röntgen- und Ultraviolettstrahlung sowie den
Bereich des „sichtbaren Lichts", in dem der Mensch über das Auge etwa 80 Prozent seiner Informationen aufnimmt,
über das Infrarot bis in den Bereich der Radio-Wellen. Von
meteorologisch besonderem Interesse ist der Infrarot-Bereich des Spektrums,
über den die Wärme- oder Temperaturstrahlung emittiert wird. Diesen Spektralbereich
unterteilt man in das nahe, mittlere und
ferne sowie das extreme Infrarot jenseits von Wellenlängen von 20 µm. Was
den Einfluss der Atmosphäre auf die Ausbreitung der Infrarotstrahlung betrifft,
so zeigen sich drei Bereiche im Spektrum, in denen praktisch keine Dämpfung der
Wärmestrahlung stattfindet. Man spricht von
„atmosphärischen Fenstern", die im nahen Infrarot zwischen 1 und 2 µm, im mittleren Infrarot zwischen 3 und 5
µm und im fernen Infrarot zwischen 8 und 14 liegen.2 Diese
„Strahlungsfenster", in denen für IR-Strahlung die Atmosphäre nahezu
transparent ist, sind essentiell für die Fernerkundung der Erde von Flugzeugen
oder Satelliten. Nach der
Entdeckung der thermischen Strahlung der Sonne durch F. W. Herrschel um 1800 und einer reihe
von grundlegenden Arbeiten im Laufe des 19. Jahrhunderts gelang es Max Planck im Jahre
1900, den Zusammenhang zwischen der spektralen Verteilung der Wärmestrahlung
und der absoluten Temperatur herzuleiten. Das Planck' sche Gesetz gilt jedoch nur für den „Schwarzen
Körper" oder „Schwarzer Strahler", d. h. für einen Körper, der die
gesamte einfallende Strahlung absorbiert und gemäß dem Kirchhoff'schen Gesetz
auch emittiert. Es handelt sich hierbei um eine Idealisierung, von dem alle
realen Körper mehr oder weniger stark abweichen, da sie weniger Strahlung
emittieren. Ist der Emissionsgrad über alle Wellenlängen konstant, aber kleiner
als 1, dann spricht man von einem „Grauen Strahler". Variiert dagegen der
Emissionsgrad mit der Wellenlänge, so handelt es sich um „Selektive Strahler". Zu dieser Gruppe gehören die
meisten Gase mit ihren durch Molekül-Eigenschwingungen
hervorgerufenen charakteristischen Absorptions- und Emissionslinien wie
–banden.
2 Breuckmann, B.: Bildverarbeitung und optische meßtechnik in der industriellen Praxis, München 1993, S. 5
Alle „Klimaexperten" der Erde und auch das
Intergovernmental Panel an Climate Change (IPCC) der UNEP gehen bei der Berechnung
des „Strahlungshaushaltes der Atmosphäre und des Treibhauseffektes" gehen davon aus, dass sich
Sonne und Erde „in guter Näherung als schwarzer Körper"5 ansehen lassen. Sie berechnen eine
Strahlungsgleichgewichtstemperatur, stellen ihr eine berechnete
Weltmitteltemperatur gegenüber und erklären die Differenz zum „natürlichen
Treibhauseffekt". Zur Erklärung wird angefügt: „Diese Differenz von etwa
34°C wird durch den Treibhauseffekt der klimarelevanten Spurengase, des
Wasserdampfes und der Wolken bedingt. Die
wärmeabsorbierenden Spurengase spielen hier also in grober Näherung die Rolle des Glasfensters eines Treibhauses.
Sichtbares Sonnenlicht durchstrahlt das Glas fast ungehindert und wird erst
dann durch die Körper im Innern des Treibhauses absorbiert und erwärmt diese dadurch. Die von den erwärmten
Körpern im IR-Bereich abgestrahlte Wärme
wird vom Glas absorbiert und danach zum Teil nach außen, zum Teil zurück nach innen
gestrahlt. Diese Wärmerückstrahlung führt zu einer gegenüber außen erhöhten
Innentemperatur des Treibhauses"6 Diese Behauptung
widerspricht jedweder Naturerfahrung, insbesondere dem von Isaac Newton formulierten
„Abkühlungsgesetz". Es lautet: „Die Abkühlungsgeschwindigkeit eines
Körpers ist näherungsweise proportional zur Differenz der Temperaturen von
Körper und Umgebung."' Ist die Temperatur der strahlenden Erdoberfläche
höher als die der Atmosphäre mit der
vertikalen Dichte-, Druck- und Temperaturannahme, dann ist eine Erwärmung über einen
„Treibhauseffekt" von vornherein auszuschließen. Dies bestätigt expressis
verbis auch
4 McAdams, W. H.: Heat
Transmission, New York 1954, S. 4 5 Deutscher Bundestag, Drs. 11/3246 v. 02. 11. 1988, S. 186 (Erster Zwischenbericht der Enquete-Kommission Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre) 6 Deutscher Bundestag, ebd., S. 187 bzw. 20 7Tipler, P. A.: Physik, Heidelberg 1994, S. 553
Was
speziell die Rolle des Kohlendioxids betrifft, das bei jeglicher Atmung wie
auch allen Verbrennungsprozessen von fossilen
Energieträgern wie Holz, Kohle, Erdöl und Erdgas freigesetzt wird, so schreibt die Enquete-Kommission: „Der
Treibhauseffekt durch CO2 wird im wesentlichen durch seine Absorptionsbande bei 15
bewerkstelligt."1° Diese Meinung vertritt
auch Kondratyev: „The band near 15 is the only practically important absorption
band."11 Er listet auch alle anderen Absorptions-
und damit Emissionslinien des CO2 auf: „To the main frequencies correspond two
intensive absorption bands near 4.3 and 14.7 µ. Besides these
main bands, CO2 absorption bands, centered at L4, 1.6, 2.0, 2.7,
4.3, 4.8, 5.2, 5.4, 10.4 are also
found." Dieses Wissen um die den CO2-Molekülen charakteristischen
Absorptionslinien findet sich in allen
klassischen Lehrbüchern der Meteorologie: „The radiation from the earth is approximately black-body radiation whose
intensity is given by σT4, where T is
the temperature of the emitting surface. The long-wave radiation from trhe cloudless atmosphere is always less than the
black-body radiation corresponding to the temperature of the surface
air."12
Sie bestätigen auch die Existenz des "Strahlungsfensters" im fernen Infrarot: "Complete transparency is in
aq certain region of intermediate wave lengths, say from 7 µ to 14 µ. The part of the black-body radiation which is
situated within this spectral region will be called T-radiation."13 Die Kenntnis der
Absorptions- wie Emissionslinien der „Treibhausgase" wie das Wissen um die „offenen atmosphärischen
Strahlungsfenster" verbieten bei logischer Betrachtung die Behauptung, die
Erde sei ein „Treibhaus" und es gäbe einen „natürlichen
Treibhauseffekt" 8 Deutscher Bundestag,
ebd., S. 187 9 9 Deutscher Bundestag, ebd., S.
188 1° 10 Deutscher Bundestag, ebd., S. 190 11 Kondratyev, K. Ya.: Radiation in
the Atmosphere, New York 1969, S. 125 12 Godske, C. L.; Bergeron, T.; Bjerknes, J.;
Bundgaard, R. C.: Dynamic Meteorology and Weather Forecasting, Washington 1957,
S. 91 13 Godske u. a.: ebd., S. 92
Die
Existenz des offenen Strahlungsfensters zwischen etwa 7 und 13 um ist eine ebenso unleugbare wie unstrittige Tatsache, die
selbst von den „Klimaexperten" nicht infrage gestellt wird. Allerdings
lässt sich die Breite des Fensters noch exakter bestimmen und zwar mit Hilfe des Wien' schen Verschiebungsgesetzes. Es besagt,
dass mit steigender Temperatur des Körpers
das Maximum seiner Energieabstrahlung in Richtung ,kürzerer Wellenlängen verschoben
wird, was eine Farbänderung des Körpers bewirkt. Man benutz das Wien'sche Verschiebungsgesetz daher dazu, um die Temperatur
heißer Körper wie Öfen oder Sterne dadurch
zu bestimmen, dass man die Wellenlänge bestimmt, bei der die
Strahlungsintensität ihr Maximum hat. Das Wien'sche Verschiebungsgesetz
hat die Form λmax T = const. (2896 μm Grad)16 Bei einer
Temperatur von 15°C oder 288 K ist λmax. = 10 um. Temperatur und Wellenlänge sind also exakt
einander zuzuordnen. Nimmt man die Wellenlängen für die Breite des Fensters wie die
Enquete-Kommission von 7 und 13 um als λmax, dann ergibt das Temperaturen von
etwa 414 K und 223 K. Das „Fenster" ist also offen für einen Temperaturbereich zwischen –50°C und
+141°C. Damit kann praktisch die gesamte Wärmestrahlung der Erde ungehindert in
den Weltraum entweichen. Der Vergleich der Atmosphäre mit einer
„Glasscheibe" und der bildhafte Erde mit einem „Treibhaus" oder
Gewächshaus sind unstatthaft. Dies auch deswegen, weil man mit der Konstruktion
eines Gewächshauses einen geschlossenen Raum schaffen will, denn man künstlich
beheizen und klimatisieren kann,
insbesondere im Winter. Hauptzweck des Gewächshauses ist zu verhindern,
dass die drinnen ob über Sonnen- und/oder Bodenheizung erwärmte Luft infolge ihres thermischen Auftriebs durch das Glasdach
entweicht oder horizontal vom Winde verweht wird.
15 Deutscher Bundestag, ebd., S. 190. Die Absorptionsbanden von CH4 liegen bei 3 µm und bei 8 µm am Rande des offenen atmosphärischen Fensters , die des N20 bei 4 µm und ebenfalls bei 8 µm... (S. 191) 16 Neuen, H.: Physik für
Naturwissenschaftler II, Mannheim 1991, S. 182
Eine
„Strahlungsbilanz" lässt sich zwischen Sonne und Erde nicht berechnen, da
es sich um zwei extrem
unterschiedlich temperierte und zudem völlig autonom ins Weltall strahlende Körper
handelt, die einzig durch die Schwerkraft aneinander gebunden sind. Während die
Temperatur- oder Wärmestrahlung der Erde
ein ausschließlich von ihrer Oberflächentemperatur
abhängender immerwährender Prozess ist, beschränkt sich die Einstrahlung
der Sonne auf die jeweilige jahresperiodisch wechselnde Tageslänge. Sie hängt
auch in Hohem Maße von Grad, Dichte und Höhe der Bewölkung ab. Nur während der
Tagesstunden wird der ausgehende Energiestrom der Erde durch ein Mehr an
Sonnenenergie überboten. Unterbleibt dieser
nur für wenige Minuten wie anlässlich der Sonnenfinsternis am 11. August
1999, so zeigt sich nahezu unmittelbar ein Rückgang der bodennahen Temperatur, durch die Ausstrahlung.17 Der
ewige Energieverlust im fernen Infrarot über das „Fenster" 7 bis 13
m wird nur am Tage unterbunden durch hochwertige solare Strahlung im sichtbaren
Spektrum (0,4 – 0,7 µm) und dem nahen
Infrarot bis 3 µm. Diese unterschiedlichen Energieströme bewirken die Erwärmung und Abkühlung des Erdbodens und
damit den Tagesgang der bodennahen Lufttemperaturen. Ein Diagramm anhand
einer Periode klarer Strahlungstage (Abb. 3)
möge dies illustrieren. Ein direkter Vergleich der Strahlungsströme von Sonne und Erde ist allein auch deswegen
unstatthaft, weil die Intensitäten um den Faktor 106
verschieden sind. Fazit:
„Es gibt keine Rechnungen, die erlauben, eine mittlere Oberflächentemperatur
eines Himmelskörpers zu bestimmen, ob mit oder ohne Atmosphäre, ob mit oder
ohne Rotation, ob mit oder ohne infrarotes Licht absorbierende Gase. Die
regelmäßig erwähnten 33 Grad Temperaturdifferenz beim fiktiven Treibhauseffekt
der Atmosphäre sind deshalb eine reine Fiktion."18
Das erklärt, warum sich Max Planck, Albert Einstein, Wilhelm Wien, Niels Bohr, Arnold Sommerfeld, Werner Heisenberg etc. nie mit
der „Eiszeithypothese" des Svante Arhennius von 1896
auseinandergesetzt haben. Oppenheim, dem 25. Oktober 2002 Dipl.-Met. Dr.
Wolfgang Thüne
18 Gerlich, G.: Die physikalischen Grundlagen der Treibhauseffekte und fiktiver Treibhauseffekte, in: Euro-päische Akademie für Umweltfragen e. V.: Treibhaus-Kontroverse und Ozon-Problem, Tübingen 1996, S. 134 |