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Dr. Wolfgang Thüne Werkstatt für Wetterkunde
55276 Oppenheim
Wormser Str. 22
2. 10. 2008

CDU-Bundesvorsitzende
c/o Bundesgeschäftsstelle

Klingelhofer Str. 8

10785 Berlin

nachrichtlich:

CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Platz der Republik 1, 10111 Berlin

CSU-Landesleitung, Nymphenburgerstr. 64, 80335 München

Schreiben vom 10.07.2008; Antwort vom 17.07.2008 /g/wirt/Bürgerbriefe/MB-080617-2)

Schreiben vom 27.07.2008

 

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,

zur Verleihung des Ehrendoktortitels durch die Universität Breslau möchte ich Ihnen von Herzen gratulieren. Gleichzeitig möchte ich Sie bei dieser Gelegenheit an mein Angebot erinnern, mich zu Ihrem persönlichen Wetterberater zu berufen. Durch jedes weitere Zögern verlieren Sie wertvolle Zeit und kommen ab von ihrem Ziel.

Sie wurden in Breslau insbesondere deswegen gewürdigt, weil ihre politische Tätigkeit durch „die Weisheit eines Gelehrten“ gekennzeichnet sei. Dies war kurz vor den bayerischen Landtagswahlen. Die Enttäuschung danach konnten Sie trotz charmanten Lächelns nicht verbergen. Warum hat keiner ihrer Klimaberater, weder Dr. Rahmstorff noch Dr. Schellnhuber, Sie rechtzeitig davor gewarnt, dass das Klima umschlagen und eine Klimakatastrophe auslösen könnte? Immerhin haben 17 % der Wähler ihre Zuneigung von der CSU abgewandt und anderen Gruppierungen zugewandt!

Schneller als zu erwarten hat ihre politische Entscheidung, die Physikerkollegen als Klimaexperten an den Kanzlerhof zu berufen, sich als Fehlgriff erwiesen. Beide sind der Komplexität der Materie nicht gewachsen, sind sie es doch gewohnt, im PIK Potsdam nur mit naturfernen Modellen und rein theoretischen Szenarien zu spielen.

Die Komplexität des Klimas und seine vielfältigen, von variablen Raum- und Zeitskalen abhängigen Pendelungen und Schwankungen zu erfassen, setzt eine tiefgehende meteorologische Praxis voraus. Außerdem ist Klima nicht Ursache, sondern Folge der unendlichen Wettervielfalt auf dem Erdenrund. Solange der Mensch das Wetter nicht beeinflussen und steuern kann, muss er sich ihm anpassen, um keinen Schaden zu erleiden oder solche zu minimieren.

Diese vom Wesen des Wetters erzwungene Reaktionsschnelligkeit besitzen alle ihre bisherigen Klimaexperten, angefangen mit Dr. Graßl, nicht: Mit ihm publizierten Sie als Umweltministerin über die KAS ein Heftchen, das die Frage schmückte: „Ist das Klima noch zu retten?“ Wenn ein Berater in Kenntnis der WMO-Definition des Begriffes Klima überhaupt solch eine Frage stellt, dann ist er untauglich. Der Begriff Klima ist eine Abstraktion, eine Hilfsgröße! Über den Sinn von Abstraktionen hat sich Friedrich Engels 1878 in seiner „Dialektik der Natur“ Gedanken gemacht.

Als Studentin der Physik in Leipzig haben Sie sicher Engels gelesen und können sich gut erinnern. Als Beispiel für eine Abstraktion wählte Engels den Begriff Obst. Dieses soll sehr gesund sein und wird daher von jedem Arzt empfohlen. Doch nach Engels kann man Obst nicht essen, weil es ein abstrakter Sammelbegriff ist. Was man essen könne, seien Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, aber kein Obst! Der Begriff Klima ist solch eine Abstraktion. Mit ihr versuchen die Klimatologen das „mittlere Wettergeschehen“ an einem Ort zu beschreiben, wobei dies immer erst dann möglich ist, wenn das Wetter, das zu den irreversiblen Naturvorgängen gehört, vorbei ist. Erst dann, normalerweise nach 30 Jahren, sind die gesammelten Wetterdaten bereit für eine statistische Bearbeitung.

Mögen sich die IPCC-Klimaexperten untereinander auf internationalen Ebene auch mit Nobelpreisen schmücken oder sich national gegenseitig mit Geldpreisen über Mittel der Bundesumweltstiftung überhäufen, der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt ist null und nichtig. Seit mehr als 30 Jahren werden stereotyp all die Wetterextreme verkündet, die immer schon aufgetreten sind und künftig auch auftreten werden. Ort und Zeitpunkt werden nie genannt, sondern immer gesagt: es wird alles schlimmer werden!

Ihre Entscheidung eilt deswegen, weil am 1. 12. 08 in Stuttgart ein Parteitag stattfindet und ein Antrag des Bundesvorstandes zur „Bewahrung der Schöpfung“ verabschiedet werden soll. In der Präambel findet sich der blasphemische Satz: „Der globale Klimawandel ist bereits heute Realität – er beschleunigt sich und wird zur Gefahr für die Schöpfung…“ Nun, 1. wandelt sich das Klima seit Urzeiten; es war nie konstant! 2. konnten weder die Glazial- noch die Interglazialzeiten je die Schöpfung gefährden. Wie sagte bereits Heraklit? „Alles fließt!“ Alles ist in Bewegung und nichts bleibt, wie es ist! Und wir wollen diesen natürlichen Gang aufhalten? Den Klimaschutz als Kernziel christlich-demokratischer Politik zu erklären, ist schlicht dummes Zeug, ist naturferne Anmaßung, ist Hybris und damit Gotteslästerung.

Sie kennen sicher das Kirchenlied „Der Mond ist aufgegangen“. In der 4. Strophe singt die Gemeinde: „Wir stolzen Menschenkinder / sind eitel arme Sünder / und wissen gar nicht viel. / Wir spinnen Luftgespinste / und suchen viele Künste / und kommen weiter von dem Ziel.“

Ich möchte als ihr Wetterberater, von dem auch die Schwesterpartei CSU profitieren kann, Sie nicht weiter weg, sondern näher an das Ziel heranführen. Entscheiden Sie schnell, denn „tempus fugit“ und mit ihr die Chancen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wolfgang Thüne

Wetterkundler

 

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