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Burghard Schmanck, Thünen 22, 59368 Werne, Tel.: 02389 4030373
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Der messianische Charakter der Seligpreisungen bei Matthäus A
Eingangsbetrachtungen Einigkeit
der Exegeten besteht darüber, daß der Verfasser des Matthäus-Evangeliums sich
an Christen aus dem Judentum wendet. Die zahlreichen Zitate aus dem Text des
Alten Testamentes zum Nachweis des Messiasamtes für Jesus von Nazareth setzen
einen entsprechend vorgebildeten Leserkreis voraus. Für die Exegese eines Matthäustextes
ist es daher nützlich, auch speziell danach zu fragen, wie einzelne Textteile
von einem Juden, der in Jesus den im Alten Testament von Gott verheißenen
Messias erkennen sollte, verstanden
werden konnten. Es soll hier also keine völlig
neue Deutung der Seligpreisungen bei Matthäus unternommen werden. Es geht auch
nicht darum, bestimmte Darstellungen zu diesem Thema zu widerlegen oder zu bestätigen.
Es dürften nämlich selbst die unmittelbar Jesus Zuhörenden sehr verschiedene
Gefühle, Gedanken und Assoziationen mit den Worten Jesu verknüpft haben. Die
folgende Untersuchung gilt also ausschließlich der Frage, wie ein Jesus zuhörender
oder das Evangelium des Matthäus lesender Jude, der mit dem Text der LXX oder
einer anderen griechischen Übersetzung des AT vertraut war und ihn auf dem
Hintergrund des hebräischen Urtextes zu deuten wußte, die Seligpreisungen Jesu
verstehen konnte. 1. Der
Evangelist Matthäus und der Text der Septuaginta (LXX) Matthäus
zitiert die LXX oft wörtlich, wobei selbst die Überlieferungsvarianten in AT
und NT einander gleichen. Als Beispiel nenne ich Mt 1,23, wo das Zitat
buchstabengetreu mit Jesaias 7,14 übereinstimmt und sogar die Varianten
καλέσεις/καλέσουσιν
gemeinsam sind. Die wörtlichen LXX-Zitate des Mt sind so zahlreich und auffällig,
daß man wohlbegründet annehmen kann, daß dem Evangelisten bei der Abfassung
seiner Schrift eine griechische Version des AT vorgelegen hat und auch sehr
vertraut war. Matthäus deutet auch Kenntnisse des hebräischen AT
an, wenn er, wie z.B. in 1,23, den für Griechen unverständlichen Namen
„Emmanuel“ übersetzt. Für
das mir gestellte Thema brauche ich diese Untersuchung nicht weiter fortzuführen.
Ich gehe davon aus, daß ein hellenistischer Jude atl. Zitate dank intensiver
Schulung sehr wohl auf dem hebräischen Hintergrund zu verstehen vermochte. 2. Verfahrensgrundsätze Bei
der Exegese einer jeden einzelnen Seligpreisung gehe ich von folgenden
Voraussetzungen aus: Selig gepriesen werden Menschen, weil einer
bestimmten persönlichen Disposition ein diesbezügliches Äquivalent zuteil
wird. Disposition der Betroffenen und Grund der Seligkeit müssen ferner
deutlich messianischen Charakter haben, da nur unter der Voraussetzung, daß
Jesus hier messianisches Heil verkündet, eine derart überschwengliche
Seligpreisung angemessen erscheint. Ferner
möchte ich mich bei der Untersuchung der einzelnen Vokabeln und Wortgruppen der
Seligpreisungen auf Deutungen und Verständnisgrundlagen beschränken, die aus
der Kenntnis von Texten des Alten Testamentes und aus dem Text des Matthäusevangeliums
bis zum Beginn der jeweils zu untersuchenden Textstelle verfügbar sind. Einmal
würde meine Arbeit sonst zu umfangreich. Dann aber gehe ich auch von der
Annahme aus, daß der Evangelist Matthäus es seinen Lesern nicht zumuten
wollte, zum Verständnis von Kapitel 5 etwa mühsam in späteren Kapiteln
herumsuchen zu müssen. 3.
Quellenbenutzung Offensichtlich
ist die Übersetzung der Seligpreisungen nicht einfach. Der allgemein übliche
und nächstliegende Sinn der griechischen Worte führt nicht unbedingt zu dem
vom Autor gemeinten Inhalt. Die Ursprache messianischer Themen ist eben nicht
das Griechische, sondern Hebräisch in der Form, wie wir es heute noch in den
Texten des Alten Testamentes vorfinden. Wenn
also eine Textstelle des Neuen Testamentes nicht auf Anhieb ihren Sinn
preisgibt, kann eine Überprüfung der vorkommenden Vokabeln, Begriffe und
Wortgruppen auf dem Hintergrund ihrer Bedeutung in der LXX neue Deutungsmöglichkeiten
ergeben, wobei den hebräischen Äquivalenten eine besondere Rolle zukommt. Um
meine Arbeit lesbar zu halten und Wiederholungen von Bekanntem weitgehend zu
vermeiden, beschränke ich mich daher bei der Literaturbenutzung auf gängige
Lexika und Textausgaben. Nennen möchte ich hier nur das Theologische Wörterbuch
zum Neuen Testament, herausgegeben von G. Kittel und G. Friedrich, Bände I bis
X/2, 1933 - 1979. Diesem Jahrhundertwerk entnehme ich alle Informationen zum
griechischen Vokabular der Seligpreisungen, den hebräischen Äquivalenten usw. B
Die Seligpreisungen nach Matthäus Matthäus
läßt in 4,17 Jesus begründen: „genähert nämlich hat sich die Königsherrschaft
der Himmel.“ Diese Aussage ist Anlaß und Inhalt der Verkündigung Jesu in
Galiläa und weiteren Gegenden. Zeitpunkt und Ort der Bergpredigt werden nicht
genannt. Erwähnt werden nur ein Berg und als Zuhörer eine ungeordnete Menge
und die Schüler Jesu. Diese Äußerlichkeiten bleiben recht unbestimmt.
Eindeutig und mehrfach fixiert Matthäus die Thematik der Verkündigung Jesu,
den Anbruch der messianischen Heilszeit (4,23) und deren Zeichen (4,24), die
allerdings Jesus selbst wirkt. Dieser letztere Umstand unterscheidet ihn
deutlich von anderen Lehrern. Damit ist auch für die Zuhörer ein besonderer
Erwartungshorizont gegeben. 1. Mt 5,3 Die
erste Seligpreisung entspricht offensichtlich dem messianischen Charakter des
Kontextes. Selig werden hier Leute genannt, weil ihrer die Königsherrschaft der
Himmel ist. „Μακάριοι“ bezeichnet
demnach eine einzigartige, unüberbietbare Freude, die in der göttlichen
Dimension des zuteil gewordenen Glücks ihren Grund hat. ΒΑΣΙΛΕΙΑ Schon
bei seiner Geburt bezeichnen in Mt 2,2 die Magier Jesus als König der Juden. In
3,2 verkündet Johannes „das Königtum der Himmel“. In 3,3 wird Jesaias 40,3
zitiert: „Bereitet den Weg für Jahwe“. „Die Himmel“ öffnen sich über
Jesus (3,16). In 4,17 verkündet Jesus selbst „die Königsherrschaft der
Himmel“, während in 4,23 gesagt wird, daß er in den Synagogen lehrt und
„die gute Nachricht von der Königsherrschaft“ überbringt. An dieser Stelle
ist der Ausdruck „βασιλεία“ bereits
so sehr inhaltlich geprägt, daß Matthäus die üblichen Zusätze, wie „θεου“
oder „των ουρανων“ wegläßt.
Es bleibt nur noch die Frage zu beantworten, warum Matthäus vorzugsweise „βασιλεία“
mit „των ουρανων“ ergänzt
anstatt mit „θεου“. Ein gewollter
Bedeutungsunterschied ist nicht nachweisbar. Eher scheint Matthäus hier sich wörtlich
an den hebräischen Grundbegriff gehalten zu haben - malkut schamaim. ΡΝΕΥΜΑ Schwierig ist die Definition
derer, denen dieses Glück zuteil wird. Wer sind die „πτωχοι
τω πνεύμα-τι“? Rein vokabelmäßig
bezeichnet „πτωχός“ den Zustand des Bettlers
und bietet das, wonach jemand bettelnd ist, im Dativ[1]. Selig werden also hier Menschen
genannt, denen als nach „ τω
πνεύματι „ bettelnden die Königsherrschaft
Gottes zuteil wird. Logischerweise kann in diesem Zusammenhang aus der großen
Bedeutungsbandbreite des Wortes „πνευμα“ nur
die Übersetzung richtig sein, die dem engsten Kontext entspricht. Mit „πνευμα“
kann also hier nur göttlicher Geist gemeint sein, wie in Jesaias 61,1: „Geist
Jahwes auf mir“. Dem
Leser des Matthäusevangeliums ist der Begriff „πνευμα“
in 5,3 bereits bekannt. In 1,18 wird die Schwangerschaft Marias auf „heiligen
Geist“ zurückgeführt. Josef wird in 1,20c mit denselben Worten vom Engel
informiert. In 3,11 spricht Johannes von der Taufe „in heiligem Geist“. In
3,16 kommt „Geist Gottes“ auf Jesus herab. „Von dem Geist“ wird Jesus
nach 4,1 in die Wüste geführt. In allen diesen Beispielen vor 5,3 ist also mit
„πνευμα“ ausschließlich Wirken Gottes
gemeint. Wir finden entweder „πνεύματος
αγιου“, „πνευμα
θεου“ oder stärker personalisiert mit bestimmtem Artikel
„του πνεύματος“
bzw. „τω πνεύματι“ ohne
Zusatz. Der gesamte Matthäustext vor 5,3 ergibt also keinerlei Hinweis darauf,
daß „πνευμα“ in 5,3 anders als bisher, nämlich mit menschlichem
Geist oder Gemüt gleichzusetzen sei. Ganz im Sinne des Alten
Testamentes meint demnach hier „πνευμα“ das innere Wesen Gottes, seine
wirkende Kraft - Ruach Jahwe. ΠΤΩΧΟΣ Die
bisherigen Ergebnisse legen es nahe, dem Wort „πτωχός“
weitere Aufmerksamkeit zu widmen. In der LXX kommt es ca. 100 mal vor, am häufigsten
für das hebräische „ani“. Dieses hebräische Wort bezeichnet „die
Stellung der Niedrigkeit gegenüber dem Antwort Erheischenden. ...; primär drückt
das Wort also ein Verhältnis u nicht eine soziale Notlage aus.“(ThW
6,888,10-15). „Indem der Mensch, der wirklich ani Jahwes ist, sich ihm gegenüber
vertrauensvoll als solcher naht, gewinnt ani eine religiöse Bdtg: demütig u
geradezu fromm...“ (25-27). Charakteristisch
für den πτωχός /ani ist, daß er sich in einem
sonst aussichtslosen Streit an Gott wendet, „von dem er weiß, daß er dem
Armen Hilfe zugesagt hat, die dieser nun geradezu in der Weise der
Geltendmachung eines Rechtsanspruchs erheischt.“ (ThW 6,891,25-892,1). In
Jesaias 50,10b wird diese Situation des Armen so beschrieben: „Wer im Dunkel
lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen Jahwes und verlasse
sich auf seinen Gott.“ In Jesaias 61,1 finden wir fast vollständig die
Bestandteile von Mt 5,3: „Geist Jahwes auf mir, denn er hat mich gesalbt; gute
Nachricht zu bringen den Armen, hat er mich gesandt.“ Aus
diesen und vielen andern Texten des AT geht deutlich hervor, daß nicht
irgendeine wie auch immer geartete Not Grund für die Seligpreisung sein kann,
sondern die vollständige Ausrichtung auf Gott, von dem allein Heil erwartet
wird. Dieses Heil ist in Jesus erschienen. Die Königsherrschaft der Himmel ist
durch ihn und in ihm angebrochen. Wer sie herbeigesehnt hat wird glücklich
gepriesen, weil seine Sehnsucht nun in Erfüllung gegangen ist. Andersherum:
Wer nur im Besitz und Genuß materieller Güter das Ziel seiner Wünsche sah,
kann nicht selig gepriesen werden, weil er den Anbruch der Königsherrschaft
Gottes nicht gewünscht hat, schon gar nicht als höchst erstrebenswertes Gut,
wie den Schatz im Acker oder die kostbare Perle. Die
Begriffe „πνευμα“ und
„πτωχός“ gehören also sehr eng zusammen. Beide Worte erweisen
sich als von der LXX besonders geprägt. Man kann in „πτωχοι
τω πνεύματι“ den Inbegriff
messianischer Heilserwartung sehen, dem dann die durch Jesus verkündete und in
ihm angebrochene Gottesherrschaft mit ihrer Seligkeit entspricht. 2. Mt 5,4 Wer sind die Trauernden, „οι
πενθουντες“? Welcher Art ist
deren Tröstung, deretwegen sie seliggepriesen werden? ΠΕΝΘΕΙΝ Interessant
sind zu diesem Begriff einige Bestimmungen des ThW. In 6,41,5 ist von „öffentlicher
Trauerbekundung“ die Rede. Bezüglich der LXX wird besonders auf
Heilsweissagungen verwiesen (6,42,20f). „Erfüllt sein werden die Tage deiner
Trauer.“ (Is 60,20). Offensichtlich ist also hier nicht die Rede von privater
Trauer oder persönlichem Kummer, sondern von einer allgemeinen Grundstimmung
fast ritueller Natur. Damit
liegt bereits die richtige Deutung dieser Vokabel im Zusammenhang der
Seligpreisungen offen vor Augen. Israels Trauer ist identisch mit der Sehnsucht
nach der Erfüllung der Verheißung. Wer auf die Erfüllung seines größten
Wunsches harrt, kann nicht aus vollem Herzen froh sein. ΠΑΡΑΚΑΛΕΙΝ Im
gemeingriechischen Sprachgebrauch ist die Bedeutung „trösten“ für „παρακαλειν“
nur selten und indirekt herleitbar (ThW 5,774,1-13). Erst in der LXX bekommt
παρακαλειν über die hebräischen
Äquivalente die Bedeutung „trösten“ (ThW 5,774ff). Wahrer
Trost kommt von Gott allein, lehrt Jesaias (57,18). „Der größte Tröster
aber an Gottes Statt ist sein Knecht, zu dessen Hauptaufgaben es gehört, den
Armen die frohe Botschaft zu bringen und damit
παρακαλέσαι
πάντας τους
πενθουντας (Is 61,2).“ (ThW
5,787,35 - 788,2). Somit
besteht die Seligkeit der Trauernden nicht etwa in freundlichen Worten tröstenden
Zuspruchs, sondern darin, daß die Ursache der Trauer beseitigt und damit die
Trauer in größte Freude verwandelt wird. Im
Text des Matthäus wird das Futur „παρακληθήσονται“
gebraucht, während wir in Mt 5,3 die Königsherrschaft der Himmel als gegenwärtig
beschrieben bekommen. Vermutlich ist dieser Tempusunterschied rein sachlich begründet.
Der Tröster ist zwar bereits gegenwärtig. Die Tröstung selbst setzt jedoch
das Erkennen der Anwesenheit des Trösters voraus. Erst dann wird Trauer in
Freude verwandelt. 3. Mt 5,5 Warum
werden die Sanftmütigen das Land erben? In welcher Beziehung soll da jemand
sanftmütig sein? Was für ein Land gibt es damit zu erben? In messianischem
Kontext sollte auch hier ein entsprechender Zusammenhang zu entdecken sein. ΠΡΑΥΣ Die
lexikalische Auskunft bietet für πραύς „mild,
freundlich, sanftmütig, wohlwollend“ (ThW 6,645,28). Als Gegensätze werden
„rauh, hart, heftig, ...zornig, ...gewalttätig“ genannt, „soziale Tugend
im menschlichen Umgang“ (646,28). In
der LXX wird 8 mal πραύς für das hebräische „ani“
gebraucht, was sicher als eine gewisse Bedeutungsverwandtschaft zu „πτωχός“ gedeutet werden muß. Ähnlich wird demnach
„der sich Gott gegenüber als Knecht fühlende u ihm still u widerspruchslos
sich unterordnende“ als „πραύς“ gesehen (ThW
6,647,24f). „Harren auf Gott ... nicht die überlegene Distanz des Weisen“
(648,30f). In Psalm 37,11 ist von den πραεις /
anawim die Rede, die das Land erben werden. Sie sollen sich nicht über die
Bösen erregen, sich nicht ereifern wegen der Übeltäter, sondern auf den Herrn
vertrauen (Ps 37,1.3). Der
Gegenbegriff „gewalttätig“ macht deutlich, daß nicht zorniges Fordern,
nicht Gewaltanwendung die Verheißung zur Erfüllung bringen werden, sondern die
völlige Unterordnung unter Gottes königliche Herrschaft. ΓΗ Wie
Psalm 37,11 bereits anklingen läßt, kann „γη“ hier in der
Seligpreisung nur im Zusammenhang mit der Verheißung Gottes an Abraham gesehen
und gedeutet werden. „Doch die Armen werden das Land erben, sie werden Glück
in Fülle genießen.“ Das hier verheißene Land kann als „das in der
messianischen Herrlichkeit vollendete Palästina“ gedacht werden (ThW
1,676,26f). Im späteren Judentum wurden derartige Verheißungen von Lesern der
LXX universalistisch auf die ganze Erde bezogen (676,27f.Anm.2). Auch an eine
zukünftige Welt mag man denken (676,29). ΚΛΗΡΟΝΟΜΕΙΝ Die
griechische Wortgruppe „κληρός“, „κληρονομία“
und „κληρονομειν“
bestätigt in ihrer LXX-Bedeutung die obige Deutung von „γη“. Die
einfache Form „κληρός“ hat zunächst die
Grundbedeutung „Los“, bezeichnet aber auch das durch Los verteilte Land,
Grundstück, schließlich einfach das Erbe (ThW 3,757,22-30). In der LXX treffen
sich bedeutungsmäßig „κληρός“ und „κληρονομία“
und bezeichnen, wie das hebräische „nachala“, das Land Kanaan als den
Israel von Gott gegebenen Erbbesitz. „κληρός“
akzentuiert das Zugeteiltsein, während „κληρονομία“
die Dauer und Sicherheit des Besitzes hervorhebt. (ThW3,759,34-39). „κληρονομειν“
als Verheißung zur Seligkeit weckt im jüdischen Zuhörer Jesu Erwartungen, die
weit über simplen Grundbesitz hinausgehen. Hier steht die heiß ersehnte Erfüllung
der an Abraham ergangenen messianischen Verheißung an. Wie ein roter Faden
durchzieht der κληρονομία
/nachala - Gedanke das gesamte AT. Der Besitz Kanaans durch Israel beruht auf göttlicher
Setzung. Jeder Stamm, jede Familie, der einzelne Volksgenosse hat eigenen
Erbanteil am Lande. Josua hat das Los „vor Jahwe geworfen“ (Jos 18,6). Der
Besitz des Landes ist also Wille Gottes. (ThW 770f). Wegen der Treulosigkeit
Israels ist dieser heilige Besitz immer wieder außer Kraft gesetzt,
suspendiert, in Frage gestellt. Die Vollendung der Verheißung wird zur
messianischen Heilserwartung und bekommt damit eschatologischen Charakter (ThW
3,772f). Dieses Heil ist nun in Jesus
erschienen. Deshalb sind selig alle, die es in frommer Unterordnung unter Gottes
Plan erwartet haben. 4. Mt 5,6 Hunger
und Durst sind bedrohliche Grunderfahrungen. Sättigung bringt Beseitigung
dieser Nöte, jedoch nicht Seligkeit. Der Zusatz, „nach der Gerechtigkeit“,
muß demnach engen Zusammenhang mit Seligpreisung haben, da durch ihn Hunger,
Durst und Sättigung in einem übertragenen Sinn gebraucht erscheinen. In Amos
8,11 heißt es dementsprechend: „Seht, es kommen Tage ..., da schicke ich den
Hunger ins Land, nicht den Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, sondern
nach einem Wort Jahwes.“ ΔΙΚΑΙΟΣΥΝΗ Hunger
und Durst zielen nicht auf irgendeine Gerechtigkeit zur bloßen Beseitigung
einer individuellen Ungerechtigkeit. Der bestimmte Artikel hebt die hier
gemeinte Gerechtigkeit aus dem allgemeinen Sprachgebrauch deutlich heraus, führt
zu einer gewissen Verabsolutierung und legt hier nahe, an die Gerechtigkeit
Gottes zu denken. Einen
besonderen Sinn bekommt „δικαιοσύνη“
auf dem Hintergrund des atl. „sedakah“, einem Verhältnisbegriff! (ThW
2,197,10-15): „Gerecht ist, wer Ansprüchen gerecht wird, die jemand an ihn
kraft eines Verhältnisses hat. Und auch Gottes Gerechtigkeit betätigt sich in
erster Linie als bundesgemäßes Walten in Gemeinschaft mit seinem Volk.“
Bundesgemäßes Handeln Gottes ist natürlich in letzter Konsequenz die ersehnte
Sendung des Messias. Dementsprechend gilt auch in der
Synagoge der Messias als „der Gerechte“. „Die Synagoge liebt die
Bezeichnung ‚Messias unsre Gerechtigkeit’.“ (ThW2,188,21-29). Damit ist der Sinn der 4.
Seligpreisung klar: Selig wird genannt, dessen Verlangen nach der verheißenen
Sendung des Messias erfüllt wird. 5. Mt 5,7 Wer
sind die Barmherzigen, die Barmherzigkeit erlangen werden? Die übliche Deutung
stellt nicht zufrieden. Barmherzigkeit Gottes gegenüber menschlicher Not und
Schwäche bringt Erleichterung, Aufatmen, aber nicht unüberbietbare himmlische
Seligkeit, wie sie dem Kontext entspricht. ΕΛΕΟΣ In
der LXX wird „ελεος“ in der Regel als Übersetzung für „chesed“
genommen (ThW 2,475,31f). „Im AT wird durch chesed ein Verhalten (des Menschen
oder Gottes) bezeichnet, das aus einem Gegenseitigkeitsverhältnis entspringt;
es ist das Verhalten, das in solchem Verhältnis der eine vom andern erwarten
darf, und zu dem er dem andern verpflichtet ist.“ (476,1-4). Treue ist die
diesem Verhältnis entsprechende Haltung (7-8). „Auch Gottes chesed beruht auf
der berith, durch die er sich dem Volke frei verpflichtet hat, so daß der
Fromme an Gottes chesed appellieren kann, was freilich voraussetzt, daß der
Mensch seinerseits den Bundesverpflichtungen nachgekommen ist.“ (476,23-26). Auf
dem Hintergrund des atl. Gebrauchs erhält die fünfte Seligpreisung somit einen
ganz anderen Sinn, als gemeinhin angenommen. Es geht hier nicht um
Barmherzigkeit als soziale Tat. Vielmehr wird hier selig gepriesen, wer wegen
seines treuen Festhaltens am Bund und Erfüllung der eingegangenen Bündnisverpflichtungen
nunmehr die von Gott aufgrund des geschlossenen Bundes zu erwartende Antwort
erfahren darf, die Erfüllung der Verheißung, den in Jesus erschienenen
Messias. 6. Mt 5,8 Wer
sind die Herzensreinen? Inwiefern werden sie Gott schauen? Welcher innere
Zusammenhang besteht zwischen Herzensreinheit und der Schauung Gottes? Üblich
ist die Auffassung, daß, wer Gott schaut, sterben muß. ΚΑΡΔΙΑ Kαρδία
in der LXX und dementsprechend hauptsächlich „leeb“ im Hebräischen haben
im AT vielfältig abgestufte Bedeutung. Wichtig für unsern Zusammenhang sind
alle Bedeutungen, die in καρδία / leeb den
personalen Kern des Menschen sehen. „Der ganze Mensch mit seinem inneren Sein
u Wollen ist in leeb begriffen.“ (ThW 3,610,45). „Im Herzen wurzelt die
religiös-sittliche Haltung. Mit dem Herzen dient man Gott ... das Herz der
Frommen ... vertraut auf Gott ... ist ihm treu ... Der Fromme ist reinen
Herzens...“ (611,1-5.15). ΚΑΘΑΡΟΣ Wie
bei καρδία schon angedeutet, kommt im Zusammenhang
der Seligpreisungen für καθαρός nur eine
religiöse, kultische Reinheit infrage, eine Reinheit, die den ganzen Menschen
mit seinem inneren Sein und Wollen betrifft (ThW 3,610,45). Ferner muß die hier
gemeinte Reinheit eine spezifisch jüdische sein, die den auf Jahwes Verheißung
harrenden Juden charakterisiert. Dieser Jude hat alles gemieden, „was mit
fremdem Kult zusammenhängt und damit Jahwe zuwider ist.“ (ThW 3,419,12). Er
ist tief in seinem Herzen Jahwe treu, „ein wahrer Israelit, in dem kein Betrug
ist“ (Joh 1,47). Reinheit
ist Vorraussetzung für Begegnung mit Gott. Die entscheidende Gottesbegegnung
Israels liegt in der Erfüllung der Abraham gegebenen Verheißung, besteht in
der Teilhabe an der nahegekommenen königlichen Herrschaft Gottes und bedeutet
damit Seligkeit. 7. Mt 5,9 Was
bedeutet Friedensstiftung in messianischem Kontext? Schlichtung von Streit,
Vermittlung zwischen Feinden und Versöhnung sind immer lobenswerte Taten. Eine
spezifisch messianische Qualität kommt derartigen Leistungen ebensowenig zu,
wie dem Betteln nach Almosen. ΕΙΡΗΝΗ - SCHALOM „Friedenszeit“,
„Friedenszustand“, „Unterbrechung des ewigen Kriegszustandes“ (ThW
2,399,1.2) befriedigen als Übersetzung von ειρήνη
exegetisch nicht. Mehr dagegen läßt sich aus dem hebräischen „schalom“
gewinnen, welches das ThW einerseits als „abgegriffenste Münze“,
andererseits aber auch als „mit konzentriertem religiösem Inhalt gefüllt“
charakterisiert (400,23f). Die Grundbedeutung von schalom ist nicht „Friede“, - das wäre eine
Verengung - sondern „Wohl-sein“ (400,35f). Über „das Wohlbefinden eines
Volkes“ läßt sich schalom als eine „Verhältnisbestimmung“, „ein Verhältnis
friedlichen Einvernehmens“ (401,4.f) definieren. Sehr eng verknüpft mit
schalom erscheint „berith“. Schalom ist demnach ein Vertragsverhältnis und
wird zum „Ausdruck für ein Verhältnis des Friedens, das von der Gesinnung
derer, die den Bund schließen, abhängig ist. Kein Wunder, daß der Begriff
schalom in dieser Betonung dazu geeignet war, die letzten prophetischen
Erkenntnisse über das Verhältnis zwischen Gott und Gottesvolk anzudeuten.“
(ThW 2,401,9-25). Jahwe gewährt dem Volke
„berith schalom“. Jes. 54,10: „Meine Gnade wird nicht von dir weichen, und
der Bund meines Heils (berith sch'lomi) soll nicht wanken.“ (401,26f). Güter
und Werte, die das Wort schalom umfaßt, sind Gabe Jahwes, werden von ihm
erbeten und auf ihn als Geber zurückgeführt. Somit wird schalom, „wo es in
seinem Vollgehalt verwendet wird, ein religiöser Begriff.“ Der religiöse
Akzent von schalom dürfte sogar älter sein als die rein profane Verwendung.
(401,29-40). ΕΙΡΗΝΟΠΟΙΟΙ Wenn
schalom allein Gabe Jahwes und nicht Menschenwerk ist, dann kann für
ειρηνοποιοί nicht
angenommen werden, daß hier Menschen als Friedensstifter in einem rein profanen
Zusammenhang zu denken sind. Nach allem bisher Gesagten liegt es nahe, die
ειρηνοποιοί als
diejenigen zu verstehen, die Voraussetzungen für schalom als Gabe Jahwes
schaffen, die also entsprechend der engen Beziehung zwischen schalom und berith
durch getreues Festhalten am Bunde Jahwes, durch Erfüllung der Bündnisverpflichtung
ihrerseits, die entsprechende Antwort Jahwes ermöglichen. ΥΙΟΙ ΘΕΟΥ Das
Vater-Sohn-Verhältnis umschreibt die „Beziehung Jahwes zu Israel oder den
Israeliten“ (ThW 8,352,21ff). Auf Seite 353 charakterisiert das ThW die zwei
Seiten dieser Beziehung, in der einerseits die Herrschaft und Eigentums- und
Verfügungsgewalt des Vaters, anderseits die Unterordnung des Sohnes, also die
Unterwerfung Israels unter Jahwe anklingen. Auch Heimsuchungen und erziehende
Strafe gehören zum väterlichen Handeln, sind Ausdruck väterlicher Liebe. Der
Vater wartet auf die Umkehr verlorener Söhne und ist bereit, sie wieder als Söhne
anzunehmen (353,28-32). Söhne Gottes werden also die
genannt, die sich bündnisgemäß wie Söhne verhalten und dadurch die
Voraussetzung für umfassendes „Wohlsein“ als Gabe Jahwes schaffen. 8. Mt 5,10 In
dieser Seligpreisung taucht wieder der Begriff „δικαιοσύνη“
„ auf, aber anders als in V.6 ohne bestimmten Artikel. Dementsprechend kann an
dieser Stelle analog zu V.6 nur bundesgemäßes Verhalten von Israeliten gemeint
sein, die wegen ihrer Treue zum Jahwebund Verfolgung erleiden. ΔΙΩΚΕΙΝ In
der LXX hat διώκειν vielfach die Bedeutung
religiöser Verfolgung, besonders in den Psalmen (ThW 2,232,47ff). In dieser
Form paßt die Vokabel sehr gut in dem messianischen Kontext. Nicht irgendeine
profane Gerechtigkeit im Verhalten anderen Menschen gegenüber zieht hier
Verfolgung auf sich, sondern die praktizierte Bundestreue der Israeliten bringt
religiös motivierte Verfolgung. Natürlich
erfolgt die Seligpreisung nicht wegen erlittener Verfolgung, sondern rein
deshalb, weil jetzt Gott, der andere Bündnispartner, mit der Königsherrschaft
der Himmel seinen Vertragsanteil, seine „δικαιοσύνη“
einbringt, die dem auch in Verfolgung treu gebliebenen himmlische Seligkeit
bedeutet. 9. Mt 5,11.12 Vers
11 bringt eine doppelte unerwartete Wendung in der bisherigen Abfolge der
Seligpreisungen. Mit „μακάριοι
εστε“ werden einerseits die Zuhörer direkt angesprochen.
Andererseits bringt Jesus mit „ένεκεν
εμου“ sich selbst in unmittelbaren Zusammenhang mit allem bisher
Gesagten. In V.12 wird dann der Makarismus noch zweifach gesteigert mit „χαίρετε
και αγαλλιασθε“.
Als Grund hierfür wird „viel Lohn in den Himmeln“ genannt. Der Schluß von
V. 12 mit dem Hinweis auf die Verfolgung der Propheten zeigt nochmals deutlich
den messianischen Kontext auf. Sie, die Propheten, mahnten das Volk Gottes immer
wieder zur Bundestreue, forderten diese auch von den Machthabern und erlitten
dafür vielerlei Gewalt. Im Bekenntnis zu Jesus als dem erschienenen Messias
soll nun die Bundestreue Israels ihre Vollendung finden. Die
Ankündigung von Schmähung, Verfolgung und Verleumdung für die Treuen verkündet
ihnen damit aber auch das Schicksal der Propheten. Dementsprechend wird der
viele Lohn erst „εν
τοις ουρανοις“, „in den Himmeln“, in Aussicht gestellt. Damit wird deutlich
gesagt, daß die wahre Königsherrschaft Gottes eben keine irdische Reichsgründung
hier auf dieser Erde in dieser Zeit mit Ministerposten für die ersten
Mitglieder sein wird. C Zusammenfassung Der
Evangelist Matthäus bietet 9 Seligpreisungen, von denen die ersten 8 in den
Details ihrer Kernaussage übereinstimmen: Das Jahwe-treue Israel wird selig
gepriesen, weil die Stunde der Erfüllung der an Abraham ergangenen Verheißung
gekommen ist. Wenn man davon ausgeht, daß Matthäus in seiner Fassung der
Bergpredigt Jesu mehrere einzeln gehaltene Reden in ihren repräsentativen
Aussagen kombiniert hat, dann ist jeweils eine der ersten 8 Seligpreisungen als
Einleitungsmotto, als messianische Begrüßung denkbar. Die
achte Seligpreisung mit dem Thema erlittener Verfolgung wegen Treue zum
Jahwebund hat Matthäus mit Absicht an den Schluß der allgemeinadressierten
gestellt. Sie ergibt eine gewisse Überleitung zur neunten, in der die Zuhörer
direkt angesprochen werden. In dieser letzten Seligreisung, die auch in der
Reihenfolge der Bergpredigten Jesu am Ende gestanden haben dürfte, offenbart
Jesus sich selbst als denjenigen, dessen Ankunft Ursache und Ziel aller
Seligpreisungen ist. Damit erreichen die Seligpreisungen ihren Höhepunkt, aber
auch gleichzeitig einen neuen Akzent, nämlich den der Nachfolge unter dem
Zeichen des Kreuzes, hier noch als vage Andeutung, in späteren Kapiteln des
Matthäusevangeliums aber um so deutlicher. Wenn
man bei Matthäus Redetexte Jesu sucht, deren Einleitung die neunte
Seligpreisung gewesen sein könnte, so paßt in diesen Kontext sehr gut Mt
16,24-27. Hier spricht Jesus zu seinen Schülern über die Kreuzesnachfolge. Auch Teile des 9. und 10. Kapitels könnten unter dem
Leitwort der Seligkeit der Verfolgten um seines Namens willen gestanden haben. D Die Absicht des Matthäus Wenn
man nun abschließend noch nach der kompositorischen Absicht des Evangelisten
fragt, so ist der werbende Charakter der Seligpreisungen in ihrer neunfachen
Massierung unübersehbar. Ein frommer Jude, der diesen Text liest, wird geradezu
genötigt, sich zu dem angesprochenen Kreis des treuen Israel zu zählen, dem
die Erfüllung der Verheißung in Jesus zuteil geworden ist. Es
liegt die Vermutung nahe, daß zur Zeit der Abfassung des Matthäusevangeliums
die Überzeugung Israels vom Messiasamt des Jesus von Nazareth noch Hauptziel
der apostolischen Verkündigung war. Diese Deutung entspricht voll dem Tenor der
Apostelgeschichte: Die Verkündigung der Botschaft beginnt fast durchweg am
Sabbat in der jeweiligen örtlichen Synagoge. Selbst in Athen bespricht Paulus
sich zunächst in der Synagoge mit den Juden (Apg 17,17). Das
Apostelkonzil vom Jahre 49 bringt keine Akzentverlagerung der Missionierung,
sondern entlastet nur die nichtjüdischen Mitglieder. Paulus kommt als
Gefangener in Rom an, darf eine eigene Wohnung beziehen und beruft nach drei
Tagen schon die Vorsteher der dortigen Juden zu sich (Apg 28,17). Das jüdische
Echo auf die Verkündigung des Paulus ist auch hier gespalten. Im
Römerbrief finden wir umfangreiche Ausführungen zur Problematik der Stellung
Israels. In 11,17 bleibt für Paulus Israel der auserwählte Wurzelstock, dem
wilde Ölzweige zwischen die eigenen eingesetzt wurden. Paulus selbst bleibt
durch und durch Jude und würde sein Heil opfern für Israels Bekehrung (Rm
9,1-5). Summe der Gespräche mit der Synagoge könnte der
Hebräerbrief sein, in dem Paulus äußerst fachkundig die gesamte messianische
Argumentation zusammenfaßt. Somit
befindet sich Matthäus mit der Komposition der Seligpreisungen in voller Übereinstimmung
mit dem Tenor der urchristlichen Verkündigung. Dieser Text könnte auch heute
noch in jeder Synagoge vorgelesen werden. Anstoß erregen würde nur das „ένεκεν εμου“der neunten, wenn man es auf Jesus beziehen wollte. verbesserte
Auflage: 10.12. 2004 1. Auflage:
Januar 1988
Inhaltsverzeichnis
Seite A
Eingangsbetrachtungen
1
1.
Der Evangelist Matthäus
und der Text der Septuaginta (LXX)
1
2.
Verfahrensgrundsätze
1 3.
Quellenbenutzung
2 B
Die Seligpreisungen nach Matthäus
1.
Mt 5,3
2
ΒΑΣΙΛΕΙΑ
2
ΡΝΕΥΜΑ
3
ΠΤΩΧΟΣ
3
2.
Mt 5,4
4
ΠΕΝΘΕΙΝ
4
ΠΑΡΑΚΑΛΕΙΝ
4
3.
Mt 5,5
4
ΠΡΑΥΣ
4
ΓΗ
5
ΚΛΗΡΟΝΟΜΕΙΝ
5
4.
Mt 5,6
5
ΔΙΚΑΙΟΣΥΝΗ
5
5.
Mt 5,7
6
ΕΛΕΟΣ
6
6.
Mt 5,8
6
ΚΑΡΔΙΑ
6
ΚΑΘΑΡΟΣ
6
7.
Mt 5,9
7
ΕΙΡΗΝΗ – SCHALOM
7
ΕΙΡΗΝΟΠΟΙΟΙ
7
ΥΙΟΙ ΘΕΟΥ
7
8.
Mt 5,10
8
ΔΙΩΚΕΙΝ
8
9.
Mt 5,11.12
8 C
Zusammenfassung
8 D
Die Absicht des Matthäus
9 |
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