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Dipl.-Met. Klaus-Eckart Puls
Im Mühlenfeld 17
27624
Bad Bederkesa
e-mail
<klaus.heide.puls@t-online.de> 28.03.2008 Antarktischer
Eisberg -
Signal für den Welt-Untergang ? Die
unermüdlichen Propheten der Klima-Katastrophe haben eines
erreicht: Mit
einem seit Jahrtausenden normalen Ereignis wie dem Abbrechen eines
Eisberges vom polaren Eisschelf versetzen sie mit Hilfe der Medien
eine mittlerweile hoch-sensibilisierte und hysterieformte Weltbevölkerung
jederzeit mühelos in Panik. Welche
üblichen physikalischen Prozesse ständig in den 1-2 km dick
gepackten Eisschilden über Antarktika und Grönland ablaufen, das
hat soeben wieder der Leiter der Deutschen Kommission des
Internationalen Polarjahres 2007/08 folgendermaßen erklärt: "Dort
(in Grönland)
wurde festgestellt, daß einer der größten Gletscher derzeit in
einer unglaublichen Geschwindigkeit abschmilzt. Er bewegt sich gut
40 m pro Tag in Richtung Meer... Ob dies ein Indiz für den
Klimawandel ist, ist jedoch nicht sicher... Es ist auch durchaus
denkbar, daß der Gletscher durch die entstandene Eismenge und das
Gewicht am Untergrund den Druckschmelzpunkt erreicht hat. Dann würde
sich bildlich gesehen unter dem Eis eine Flüssigkeitsschicht
bilden, auf der der Gletscher praktisch ausrutscht und sich
schneller vorwärts bewegt. Wir sprechen
in dem Zusammenhang auch von Ausflußzyklen. Nur weil ein Gletscher
abschmilzt, muß das nicht gleich etwas mit höheren Temperaturen
zu tun haben." (Dr.
Reinhard Dietrich, in: Sonntags-Journal, Bremerhaven, 16.03.2008,
S.2). Dem
müßte man eigentlich nichts hinzufügen, aber einige
meteorologische Überlegungen, Fakten und Zusammenhänge darüber
hinaus erscheinen in der derzeit wieder einmal
bis in die Nähe der Hysterie angeheizten Klima-Debatte
sinnvoll. Zunächst
ist festzustellen: In allen Zeiten historischen Klimawandels gab es
weder eine gleichmäßige
globale Erwärmung noch eine entsprechende gleichmäßige Abkühlung.
So ist das auch heute -
global wie auch in der Antarktis, wie eine zusammenfassende
Übersicht feststellt:
"Die Sommertemperaturen sind in Teilbereichen angestiegen, in
anderen Südpolarregionen ist die Temperatur in den letzten 50
Jahren konstant geblieben bzw. leicht gefallen. Der teilweise
Temperaturrückgang in der Antarktis, der von den Modellen her
nicht erwartet war, wird auf verschiedene Ursachen zurückgeführt."
(Quelle:
Beising, R.: Klimawandel und Energiewirtschaft, VGB PowerTech
Service GmbH, Essen, 2006, S.127). Die
einzige größere antarktische Region, in der es in den letzten
Jahrzehnten wärmer geworden ist, ist genau das Gebiet, in dem der
jüngste Eisberg abgebrochen ist
- die Region des
Ross-Meeres. Diese Region liegt rund 1000 km südlich von
Feuerland, und somit voll im Einflußgebiet einer der stärksten
Windströmungen der Erde, der südhemisphärischen Westwinddrift
- bei den früheren
Kap-Horn-Umseglern waren diese geographischen Breiten als "Brüllende
Vierziger und Fünfziger" und als "Schreckliche
Sechziger" berüchtigt und gefürchtet. Daher spielen bei
Eisabbrüchen in der West-Antarktis nicht nur Dicke, Temperatur und
Konfiguration des aktuellen Eises eine Rolle, sondern auch Intensitäts-Schwankungen
dieser Westwinde, analog zu den Zirkulations-Schwankungen in den
gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel (z.B. NAO). Meteorologisch
wird damit klar: Intensivieren sich die Westwinde, so wird es in
der Westantarktis einerseits wärmer, andererseits im Eisschelf
"unruhiger" -
beides beschleunigt Eisabbrüche. Folglich
hat es auch deshalb in früheren Jahrzehnten immer wieder Abbrüche
riesiger und noch bedeutend größerer Eisberge gegeben. Dabei
wurde z.B. in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts diskutiert,
solche Eisberge nach Südafrika und vor allem Richtung Namibia zu
schleppen -
für die dortige Trinkwasser-Versorgung oder sogar zur Bewässerung
von Trockengebieten. Solche Debatten waren möglich, denn : Der
Treibstoff für Hochsee-Schlepper war billig, vor allem aber
- es gab keine
IPCC-Institute mit wöchentlichen Klima-Horror-Meldungen. Bei den Eisabbrüchen am
Schelf von z.B. Antarktika oder Grönland spielt immer auch die
angewachsenen Eismasse eine Rolle, und da ist für den Südpolbereich
zu vermelden: "In den letzten 30 Jahren hat die Masse
der antarktischen Eiskappe zugenommen, einen 6000-jährigen
langen Trend umgekehrt. Die Antarktis enthält 90 % des
Eises in der Welt und wächst." (Quelle:
www.scienceandpolicy.org, Deutsche Übers.: M. Limburg, 8.2.07,
http://www.oekologismus.de/). Und
schließlich seien Aussagen von den Direktoren des für
Polarforschung hoch-kompetenten Alfred-Wegener-Instituts zum
Eisverhalten zitiert: Zunächst
Vizedirektor Prof. Miller zum Gletscher-Verhalten: "Das
Abschmelzen des Grönland-Eises taugt nicht für
Endzeit-Szenarien" (Handelsblatt,
08.08.2007, "Wenn der Gletscher ruft - Politiker pilgern nach
Grönland"), und weiter am a.O. '...auch für
den Sermeq Kujalleq sieht Miller nicht schwarz: "... der Rückgang
der Gletscherzunge werde in den nächsten Jahren zum Stillstand
kommen". Mit
gleicher Sachlichkeit bemerkt die neue AWI-Direktorin
Dr. Karin Lochte in einem FAZ-Interview (FAZ
16.11.2007, S.46) auf die Frage, ob die starken
Meereisverluste im Sommer 2007 ein Indiz für die künstliche Erwärmung
sei: "Das müssen wir erst noch sehen. Wir wissen heute noch nicht, ob das Teil eines Zyklus ist, ob wir in
vielleicht fünf Jahren wieder mehr Eis haben...". Beide
Aussagen beziehen sich zwar zunächst auf die Arktis, haben jedoch
hinsichtlich des wissenschaftlichen Gehaltes gleichermaßen Gültigkeit
für die Antarktis. Also
- Entwarnung für die Eisberg-Katastrophe? Bei genauem sachlichen
Hinsehen -
ja! Jedoch -
die nächste Horror-Meldung (...oder müßte man besser
sagen: 'Horror-Meinung') der
Katastrophiker kommt bestimmt -
vielleicht schon morgen!? Klaus-Eckart
Puls
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