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Dipl.-Met. Klaus-Eckart Puls                                                                                               

27624  Bad Bederkesa                                                 e-mail  <klaus.heide.puls@t-online.de>

27.07.2007

 

Nordsee-Zeitung Bremerhaven

Leserbrief-Redaktion    c/o  e-mail   <leserforum@nordsee-zeitung.de>

 

L e s e r b r i e f

zu: "Siegmar Gabriel per Kutsche nach Neuwerk" ,

in: NZ 19.07.2007, S.5

 

 

Vergrößert die Klima-Katastrophe den Mond ?

 

An der Nordseeküste seien "...Stärkere Stürme und heftigere Gezeiten Folgen, auf die man sich einstellen müsse..." wird Minister Gabriel in der NZ v. 19.07 zitiert. Nun ist seit einigen Jahrhunderten bekannt, daß für die "Heftigkeit" der Gezeiten die Konstellation von Sonne und Mond verantwortlich sind, die an unserer Nordseeküste einen mittleren Tidenhub von ca. drei Metern erzeugen. Jetzt nimmt also der aus Berlin angereiste Küsten-Experte Gabriel an, daß die bevorstehende Klima-Katastrophe auch die Größe und/oder die Entfernung des Mondes verändern wird  -  eine offensichtlich brandneue naturwissenschaftliche Erkenntnis!?

Übrigens  -  stärkere Stürme wird es auch nicht geben, denn das ist ein extremer Widerspruch zur derzeitigen Erderwärmung! Diese ist nämlich erwiesenermaßen im Nordpolbereich stärker als in Europa und auf dem Nordatlantik. Dadurch schwächt sich der Temperatur-Gegensatz und damit wieder der Luftdruckgradient in unserer "Wetter-Küche Islandtief" ab. Und daher lernt man im ersten Semester des Meteorologie-Studiums: Damit gibt es weniger Tiefs und schwächere Tiefs. Genau das hat jüngst das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg bestätigt1: "In unserem Computermodell brauen sich weder mehr Stürme noch stärkere Stürme über uns zusammen".

Und schließlich hält der Minister auch noch ganz neue ornithologische Erkenntnisse bereit: "Dramatisch könnten sich die Konsequenzen  für Brutvögel im Wattenmeer auswirken, wenn die Gelege der Bodenbrüter künftig häufiger von Stürmen überschwemmt ... werden:" Vögel, die im Watt brüten würden, müßten extreme "Schnell-Brüter" sein, denn sie müßten innerhalb von 12 Stunden -  zwischen zwei Fluten -  ihre Eier ausbrüten. Sollte der Minister vielleicht das Brutgebiet zwischen Watt und Marsch meinen oder die Inseln, die nicht im 12-Stunden-Takt überflutet werden? Warum sagt der Berliner Küstenexperte  d a s  dann nicht? Und selbst den d o r t  brütenden Vögeln ist es in den letzten vier Jahrhunderten gelungen, sich an einen Meeresspiegel-Anstieg von fast eineinhalb Metern2 (übrigens - ohne anthropogenes CO2!)  anzupassen  -  warum sollte diesen Vögeln  d a s  in der Zukunft nicht gelingen ?

 

Klaus-Eckart Puls,  Bad Bederkesa

 

 

 

)1 Jochem Marotzke, Direktor MPI HH, in DER SPIEGEL, 7.5.2007, Abschied vom Weltuntergang,  S.145/146

)2 K.-E. BEHRE, Probleme der Küstenforschung, Bd.28, Isensee-Verlag, Oldenburg, 2003

 

Nachschrift:   Die Quellen-Angaben dienen der Nachprüfbarkeit der o.a. Aussagen durch die NZ-Redaktion.


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