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Über den solaren Einfluss auf den
Klimawandel seit 1701
Kritische
Anmerkungen zum UN – Klimabericht 2007 Prof. Dr. Horst Malberg, ehem.Direktor des Instituts für
Meteorologie der Freien Universität Berlin
Die Diskussion um einen
anthropogen beeinflussten Klimawandel hat in Wissenschaft,
Politik, Medien und breiter Öffentlichkeit
seit dem UN – Klimabericht 2007 dramatische Züge
angenommen. In der zum Teil emotional bis ideologisch geführten
Diskussion vermischen sich dabei aus meteorologischer Sicht nicht
selten Dichtung und Wahrheit, werden Sachverhalte vordergründig
interpretiert oder in unzulässiger Weise, da unbewiesen,
dramatisiert. Völlig nebulös wird die Situation, wenn von den
Propheten der Klimakatastrophe singuläre Wetter- und
Witterungsereignisse, also kurzfristige, regional begrenzte Launen
der Natur, als Beweis für die Auswirkungen einer anthropogen
verursachten globalen Erwärmung angeführt werden. Wer sich
jemals mit den Wetteraufzeichnungen vergangener Jahrtausende
befasst hat, der weiß, dass Extremwetterlagen zu allen
Klimaepochen und in allen Klimazonen aufgetreten sind. Kein
Jahrhundert blieb vor extremen Wärme- oder Kälteeinbrüchen, vor
Starkregen, Sturmfluten und Überschwemmungen, vor Dürren,
Schneemassen und Orkanen verschont. Erst eine über mehrere 30-jährige
Klimaperioden signifikante Häufung oder Abnahme von
Extremereignissen kann mit einer nachhaltigen Veränderung der
atmosphärischen Zirkulation in Verbindung gebracht werden.
Schnellschüsse sind wissenschaftlich unhaltbar. Ein gutes Beispiel für den
untauglichen Versuch, eine Witterungsperiode mit einem Klimawandel
in Verbindung zu bringen, war der sehr milde Winter 2006/07. Diese
Witterung bei uns als Indiz für eine treibhausbedingte Erwärmung
auch nur anzudeuten, ist geradezu grotesk. Was mögen bei solchen
Aussagen die Bewohner im Nordosten der USA gedacht haben, die
gleichzeitig mit Kälte bis -40°C und meterhohem Schnee zu kämpfen
hatten. Und was war genau 12 Monate zuvor, als im Januar
2006 eisige Kälte uns imGriff hatte und im Alpenvorland
Schneechaos herrschte. War das ein Indiz für die kommende
Eiszeit? Ebenso irrig ist es, vermehrte bzw. intensive
Orkantiefs auf eine anthropogen bedingte globale Erwärmung
zurückzuführen. Der anthropogene Treibhauseinfluss müsste genau
das Gegenteil bewirken, da er den Temperaturunterschied zwischen
Polarregion und Subtropen verringern würde. Gemäß dieses
Effekts können sich Orkantiefs bei uns auch nur im Winter, nicht
aber im Sommer entwickeln, wenn die Polarregion relativ warm ist. Auch der beobachtete Rückgang
der Alpengletscher ist nicht mit der Erwärmung Mitteleuropas von
1°C seit 1850 zu erklären,
denn 1°C mehr kann nur eine Höhenverschiebung der
Schneefallgrenze um 150m zur Folge haben, nicht aber ein
Abschmelzen der hochgelegenen Gletscher. Dieser Prozess muss
strahlungsbedingte Ursachen haben. Industrialisierung und
Urbanisierung führten durch Staub- und Rußemissionen über lange
Zeit zu einer Verschmutzung der Gletscher; die Folge war eine
Verringerung ihres Reflexions- und entsprechend eine Erhöhung
ihres Absorptionsvermögens bezüglich der Sonnenstrahlung. Sowohl
durch die Luftreinhaltungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte als
auch, wie noch gezeigt wird, durch eine Zunahme der Solarstrahlung
stieg die Intensität der vom Gletscher absorbierten Strahlung und
führte so zum verstärkten Abschmelzen.
Aber
auch in Bezug auf das Klimaverhalten selber gibt es deutliche
Missverständnisse. So wird in der Klimadebatte der Eindruck
erweckt, als habe es vor 150 Jahren ein ideales Klima gegeben und
als sei das stabile Klima das Normale und die Klimaänderung ein
anomaler Vorgang. Genau das Gegenteil ist der Fall. Vor 150 Jahren
war es so kalt in Mitteleuropa, waren die Ernten so schlecht, dass
Menschen verhungert sind. Und was das „stabile“ Klima
betrifft: Nicht nur in den vergangenen 1-2 Millionen Jahren mit
dem mehrfachen Wechsel von Eis- und Warmzeiten, auch in der jüngeren
Vergangenheit hat sich das Klima ständig verändert. So
folgte nach der Wärmeperiode um 1200 n.Chr., dem sog.
mittelalterlichen Klimaoptimum (man merke: warm = optimal), bis
etwa 1700 die mittelalterliche Kleine Eiszeit; danach stellten
sich im Wechsel wärmere und kältere Perioden bis heute ein. Der
ständige Klimawandel ist folglich von Natur aus das Normale und
nicht das stabile Klima. Die globle Klimaentwicklung In Abb. 1 ist die globale
Temperaturentwicklung seit Beginn der globalen Beobachtungsreihe
im Jahr 1850 anhand 10-jähriger Mittelwerte wiedergegeben. Die
globale Erwärmung von 1850 bis 2000 beträgt rund 0,6°C und ist
unstrittig. Anders ist es bei der Frage nach der primären Ursache
des Temperaturanstiegs. Hier zerfällt die Wissenschaft in zwei
Lager, und zwar in das große Lager der Treibhausanhänger und in
das kleine Lager der Treibhausskeptiker. Demokratisch gesehen also
eine klare Angelegenheit. Die
Treibhausbefürworter stützen sich auf Klimamodellrechnungen und
sehen die Hauptursache der Erwärmung seit 1850 und für die
Zukunft im Treibhauseffekt der Erde. Dabei handelt es sich um das
Verhalten unserer Lufthülle gegenüber der infraroten
(langwelligen) Wärmeausstrahlung der Erde. Die atmosphärischen
Treibhausgase haben die Eigenschaft, bestimmte Bereiche der
terrestrischen Wärmestrahlung zu absorbieren, wodurch ein Teil
der abgestrahlten Wärme zurückgehalten wird und so nicht gleich
im Weltraum verschwindet. Vergleichbar ist dieser klimatische
Effekt mit dem
geringen nächtlichen Temperaturrückgang in bewölkten Nächten
gegenüber der stärkeren Abkühlung in klaren. Das wichtigste
atmosphärische Treibhausgas ist der Wasserdampf. Er macht allein
über 60% des natürlichen Treibhauseffekts aus. Weitere
Treibhausgase sind vor allem Kohlendioxid, Methan und
Distickstoffoxid. Durch
die Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und
infolge einer rasant angewachsenen Weltbevölkerung erhöht der
Mensch den Treibhausgasgehalt der Luft. So hat sich zum einen
durch die Verbrennung
fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) in den letzten 150
Jahren der CO2-Gehalt von 280 ppm (parts per millon)
auf 380 ppm, also um rund 35%, erhöht. Zum anderen haben die
intensive Bearbeitung (Düngung) bzw. die Ausdehnung
landwirtschaftlicher Flächen, u.a. der Reisanbaugebiete sowie die
Rinder- und Schafhaltung in großem Maßstab zu einer Zunahme von
Distickstoffoxid und Methan geführt. Auch dieser Sachverhalt ist
unstrittig. Umstritten ist dagegen die Frage, welche Auswirkung
diese Zunahme der Treibhausgase bei der globalen Erwärmung
gespielt hat und entsprechend zukünftig spielt. Für
die Treibhausbefürworter ist der anthropogene Treibhauseinfluss
primär für die bisherige und zukünftige Erwärmung
verantwortlich; die natürlichen Prozesse in unserem Klimasystem
sollen nach ihrer Meinung nur noch eine untergeordnete Rolle
spielen. Entsprechend den „Vermutungen“ über das zukünftige
Niveau der Treibhausgase und der fraglichen Annahme über ihr
dominantes Wirken im
Vergleich zu den anderen klimarelevanten Prozessen fällt die Erwärmung
für die nächsten 100 Jahre in den Szenarienrechnungen von
moderat bis Klimakatastrophe mit apokalyptischen Werten über 6°C
aus. Dabei würde nach dem heutigen Stand die Hälfte der
berechneten Erwärmung durch CO2 verursacht und die
zweite Hälfte durch die anderen Treibhausgase. Die
Eintreffwahrscheinlichkeit der Modellergebnisse soll je nach
Szenario zwischen 65% und
maximal 90% liegen. In
der Statistik stellt eine Wahrscheinlichkeitsaussage von 90% die
schwächste Gütestufe dar; so ist
bei ihr die Irrtumswahrscheinlichkeit mit 10% noch
zu hoch für eine zuverlässige Aussage.. Erst bei einer
Wahrscheinlichkeit von 95% bis 99% oder mehr (z.B.
Vaterschaftstest 99,9%) sind Ergebnisse
wegen ihrer geringen Irrtumswahrscheinlichkeit als wirklich
signifikant anzusehen. Eingedenk dieser Tatsache haben viele
Verantwortliche, so auch unsere Bundeskanzlerin, ihre
Stellungnahme zum UN-Klimabericht mit den Worten begonnen:Wenn man
den Klimamodellen glauben darf,..
In
Anbetracht der großen Unsicherheiten der Modellaussagen muss man
sich daher fragen, ob der Natur, die Jahrmillionen unser Klima
bestimmt hat, wirklich nur noch eine Statistenrolle zukommen kann.
Dieses gilt insbesondere für die Sonne. So bestimmt die solare
Strahlung nicht nur die Klimazonen der Erde, sondern war auch
„vor 1850“ für den permanenten Wechsel von Kalt- und
Warmzeiten verantwortlich. Ein
Indikator für die jeweilige Aktivität der Sonne ist die Zahl der
Sonnenflecken, also ihrer dunklen Flächen von allgemein 1.000 -
10.000 km Ausdehnung. Erzeugt werden sie durch das sich ständig
verändernde solare Magnetfeld. Sonnenflecken werden seit der
Erfindung des Fernrohrs im 17. Jahrhundert beobachtet. Dabei zeigt
sich, dass die Sonnenfleckenzahl zum einen kurzperiodisch zu- und
abnimmt (im Mittel im 11-jährigen Rhythmus). Zum anderen aber
lassen sich auch langfristige Veränderungen der Sonnenfleckenzahl
und damit der Sonnenaktivität über Jahrhunderte in den
Beobachtungen feststellen.
Abb.
2 zeigt die Entwicklung der mittleren Sonnenfleckenzahl je
Sonnenfleckenzyklus zwischen 1850 und dem Ende des letzten
Sonnenfleckenzyklus im Jahr 1999. Danach hat sich die
Sonnenfleckenzahl innerhalb der letzten 150 Jahre um nahe
100% erhöht. Das aber bedeutet: Die solare Aktivität und damit
der solare Energiefluss zur Erde hat sich seit dem Beginn der
globalen Klimareihe signifikant verstärkt. Vergleicht
man für die letzten 150 Jahre den zeitlichen Verlauf der
Sonnenfleckenzahl (Abb. 2) mit dem globalen Temperaturverlauf
(Abb. 1), so ist das analoge Verhalten schon optisch unverkennbar.
Eine quantitative statistische Korrellationsanalyse führt zu
folgendem Ergebnis: Die gesteigerte solare Aktivität in den
letzten 150 Jahren vermag zwei Drittel des globalen
Temperaturverhaltens seit 1850 zu erklären. Dieser
dominante solare Einfluss auf die globale Erwärmung der letzten
150 Jahre ist durch eine statistische Wahrscheinlichkeit von 99%
abgesichert. Damit
folgt: Auf die Auswirkungen des anthropogenen Treibhauseffekts
lassen sich maximal ein Drittel der globalen Erwärmung zurückführen.
Der anthropogene Treibhauseffekt auf die Erwärmung der letzten
150 Jahre wird folglich in den Klimamodellen überschätzt. Bei
einer globalen Temperaturerhöhung von 0,6°C lassen sich somit
0,4°C auf den gesteigerten Energiefluss der Sonne seit 1850 zurückführen
und maximal 0,2°C auf den anthropogenen Treibhauseinfluss. Da der
CO2-Effekt alleine 50% des anthropogenen
Treibhauseffekts ausmacht, folgt: Durch die
CO2-Zunahme von 35% in den letzten 150 Jahren
kann nur ein Temperatureffekt von
+0,1°C an der globalen Erwärmung seit 1850 erklärt
werden. Die
Klimaentwicklung in Mitteleuropa Die
mitteleuropäischen Klimabeobachtungen
reichen viel
weiter zurück als die globale Klimareihe. Sie vermögen uns
Aufschluss zu geben über das Klimaverhalten in einem 300-jährigen
und damit doppelt so langen Zeitraum wie die globale Klimareihe.
In Abb. 3 ist die Temperaturentwicklung Mitteleuropas zwischen
1705 und 1999 (als Mittelwert aus den Klimadaten von Berlin,
Basel, Wien und Prag) wiedergegeben. Wie man anhand der
Temperaturwerte sowie des geglätteten Kurvenverlaufs erkennt, lag
Mitteleuropa zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch unter dem
Einfluss des letzten Höhepunkts der mittelalterlichen Kleinen
Eiszeit. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts stieg die Temperatur an
und erreichte ihr Maximum um 1800; dabei war es in den 1790er
Jahren, und zwar ohne jeden anthropogenen Treibhauseinfluss,
praktisch genau so
warm wie in den 1990er Jahren. Nach 1800 setzte ein rapider
Temperaturrückgang ein, der erst nach 1850 die derzeit
diskutierte Erwärmung folgte.
In
Abb.4 ist das Sonnenfleckenverhalten der letzten 300 Jahre
wiedergegeben. Zu Beginn des18. Jahrhunderts lag die mittlere
Sonnenfleckenzahl unter 20; dann stiegen die Sonnenfleckenzahlen
bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts an. Danach gingen sie
signifikant zurück. Dem Minimum folgte ein erneuter Anstieg bis
zu den heutigen Werten. Die Sonnenfleckenzahl der beiden jüngsten
Zyklen ist etwa
doppelt so hoch wie vor 150 Jahren und viermal so hoch wie vor 300
Jahren. Wie der Vergleich zeigt, ist das analoge Verhalten von
Temperatur- und Sonnenfleckenentwicklung der letzten 300 Jahre
unverkennbar. Eine Betrachtung der Anomalien, also der jeweiligen
Abweichung vom Mittel, ergibt folgendes Bild: Zu
Zeiten mit unternormalen (niedrigen) Sonnenfleckenzahlen (Anfang
des 18, und Mitte des 19.Jhd.) war es kälter als normal, in den
Zeiten mit übernormalen (hohen) Sonnenfleckenzahlen (um 1800 und
2000) war es hingegen wärmer als normal. Die Korrelationsanalyse
bestätigt den dominierenden solaren Einfluss auf unser Klima.
Dabei vermag der solare Effekt 80% des Temperaturverhaltens während
der Abkühlung zu Beginn des 19. Jahrhunderts und über zwei
Drittel der diskutierten Erwärmung seit 1850 zu erklären. Das
Ergebnis ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% statistisch
abgesichert. Zusammenfassend
ergibt sich daher für die Klimaentwicklung der letzten 300 Jahre
in Mitteleuropa folgendes Bild: Nach dem letzten Höhepunkt der
mittelalterlichen Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert, in der in
England der Ackerbau zusammengebrochen war, folgte im 19.
Jahrhundert die erste neuzeitliche Kleine Eiszeit. Genau in diese
Zeit, also in die lebensfeindlichste Epoche der letzten 250 Jahre,
fällt der Beginn der globalen Klimareihe. Alle Angaben zur
globalen Erwärmung beziehen sich also auf diesen klimatischen
Tiefpunkt vor 150 Jahren, in dem wegen miserabler Ernten Menschen
in Mitteleuropa verhungert sind und der Weinanbau aus
Norddeutschland endgültig verschwand. Vor
diesem Hintergrund sollte einem klar werden, welch eine glückliche
Fügung der Temperaturanstieg nach 1850 darstellt. Stattdessen
wird in der Klimadebatte der Eindruck erweckt, als sei die Erwärmung
der letzten 150 Jahre der erste Teil eines anthropogen bedingten
Infernos. Es hieße geradezu, die Dinge auf den Kopf zu stellen, würde
man das kalte, unfreundliche Klima des 19. Jahrhunderts als das
optimale „Normalklima“ ansehen und es zum Maßstab für
weitere Klimaentwicklungen machen.
Quo vadis Klima? Betrachtet man zusammenfassend
das gesamte Klimaverhalten von der mittelalterlichen Kleinen
Eiszeit bis heute, so weist die Temperatur der letzten 300 Jahre
unverkennbar einen wellenförmigen Verlauf auf, wobei die Wellenlänge
rund 200 Jahre beträgt. Synchron
dazu zeigt auch die solare Aktivität dieses langzeitliche
Schwingungsverhalten. Bei der periodischen Zu- und Abnahme der
solaren Aktivität handelt es sich ganz offensichtlich um den aus
der Astrophysik bekannten „De-Vries-Zyklus“mit einer mittleren
Periodenlänge von 210 Jahren. Die beobachteten Zyklusminima der
solaren Aktivität lagen in den letzten 350 Jahren im 17.
(Maunder-Minimum) und
im 19. Jahrhundert (Dalton-Minimum), die Maxima der solaren
Aktivität um 1800 und 2000 d. h. die Klimaentwicklung seit der
mittelalterlichen Kleinen Eiszeit folgt unmittelbar dem solaren
De-Vries-Zyklus. Aufgrund
dieses signifikanten Zusammenhangs von veränderlicher
Sonnenaktivität und Klimaentwicklung muss man folgern: Nach der
derzeitigen Wärmeperiode folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit
entsprechend dem langperiodischen Sonnenverhalten ein weiteres
zyklisches Minimum der solaren Aktivität und damit eine dem
Treibhauseffekt entgegen wirkende Abkühlung im Verlauf des 21.
Jahrhunderts. Die von den Modellen berechnete fortschreitende Erwärmung
erscheint daher höchst unwahrscheinlich. Wie die Klimaentwicklung
zwischen 1661 und 1700 (Zentralenglandreihe) sowie von 1800 bis
1850 (Mitteleuropareihe) belegt, als die 10-jährigen
Mitteltemperaturen in nur vier bzw. fünf Jahrzehnten um 1,0°C
dramatisch zurück gingen, können Abkühlungen abrupt
einsetzen und über viele Jahrzehnte das Klima bestimmen.
Als
schwerwiegender Fehler könnte sich in der Klimazukunft erweisen,
den solaren Einfluss unterschätzt zu haben. Wir werden uns nach
dem periodischen Verhalten der Sonnenaktivität voraussichtlich
schneller in der zweiten neueiszeitlichen Kleinen Eiszeit befinden
als uns lieb ist. Einen ersten Vorgeschmack gab es in den
1960er/70er Jahren, als die Sonnenfleckenzahl vorübergehend um
25% zurückgimg und parallel dazu sich die Nordpolarregion
dramatisch abkühlte. Aus diesem Grund erscheint es dringend
geboten, Klimafolgestrategien für den Fall einer raschen Abkühlung
zu entwickeln. Allein auf eine fortlaufende anthropogen
bedingte Erwärmung zu setzen, könnte sich schon in
wenigen Jahrzehnten als einäugig erweisen. Abschließend
sei noch auf die Tatsache eingegangen, dass sich die globale und
regionale Erwärmung in jüngster Zeit beschleunigt hat. Dieses
mit dem anthropogenen Treibhauseinfluss zu begründen, ist durch
nichts bewiesen. Zum einen ist die solare Aktivität, wie gezeigt,
auf dem höchsten Niveau der letzten 300 Jahre, und zwar noch um
25-30% höher als beim Wärmehöhepunkt der 1790er Jahre. Zum
anderen können bei Abkühlungen wie Erwärmungen positiven Rückkopplungen
mit anderen Klimafaktoren auftreten, was eine Verstärkung der
Temperaturänderung zur Folge hat. So wird durch eine globale Erwärmung
die mit Eis- und Schnee bedeckte Fläche kleiner. Das aber führt
zu einer verminderten Reflexion der Sonnenstrahlung, d.h. zu einer
erhöhten Absorption und damit einer sich weiter verstärkende Erwärmung.
Analoges gilt für den Selbstverstärkungsprozess in Abkühlungsperioden,
wenn die schnee- und eisbedeckte Flächen anwachsen und sich
dadurch die globale Albedo erhöht. So wäre nach einer, durch
Modellrechnungen nachvollzogenen Hypothese der gesamt Globus für
alle Zeiten vereist, wenn während einer
der Eiszeiten die Inlandeismassen bis in die Subtropen
vorgedrungen wären.
Schlussbetrachtungen Nach den obigen Ergebnissen über
die globale wie mitteleuropäische Klimaentwicklung der
vergangenen 150 bzw. 300 Jahre wird der anthropogene
Treibhauseffekt auf den Klimawandel in den Klimamodellen des
UN-Klimaberichts überschätzt. Die daraus resultierende
derzeitige Klimahysterie und der unausgegorene CO2-Aktionismus
sind vor dem Hintergrund der bisherigen Klimaentwicklung nicht
nachvollziehbar. Nicht der Mensch, sondern die veränderliche
Sonnenaktivität ist aufgrund der 300-jährigen
Klimadiagnose die treibende Kraft, ist der „global player“ in
unserem Klimasystem. So hat zur globalen Erwärmung im Zeitraum
1850-2000 von 0,6°C
die CO2-Zunahme um 35% lediglich 0,1°C beigetragen.
Was aber bedeutet das für die Klimapolitik? Es wäre ein
Irrtum, würde man folgern, damit sei der Mensch aller
Klimaprobleme enthoben. Zum
einen müssen wir uns, wie alle unsere Vorfahren, auf weitere
naturgegebene globale und regionale Klimaänderungen, d.h. auf wärmere
und kältere Perioden, einstellen. Mit der Entwicklung
entsprechender Strategien gilt es, sich vorausschauend auf verändernde
Lebensbedingungen einzustellen. Dabei ausschließlich von einer
fortschreitenden Erwärmung auszugehen, erscheint in Anbetracht
der langperiodisch sich ändernden Sonnendynamik einäugig. In
Abwandlung eines geflügelten Wortes kann man sagen: Die nächste
Abkühlung (Kleine
Eiszeit) kommt bestimmt. Daran wird der Mensch kaum etwas ändern
können. Die Anstrengungen zur globalen
Verminderung der CO2-Emissionen sollten in erster Linie
aus energiepolitischen Überlegungen abgeleitet werden. Vor dem
Hintergrund der Nachhaltigkeit erscheint es dringend geboten, den
Schutz der Ressourcen um der Ressourcen - und damit unserer
Nachkommen - willen zu betreiben. Selbst wenn unsere fossilen
Energiereserven noch über 100 Jahre reichen, was sind, abgesehen
von ihrer zunehmenden Verknappung/Verteuerung, ein oder zwei
Jahrhunderte vor dem Hintergrund der Menschheitsentwicklung. Auch
ist zu bedenken, dass der Energiebedarf
bei einem Rückgang der Temperatur höher sein wird als bei
der „prognostizierten“ Erwärmung.
Vor diesem Hintergrund kommt dem
Einsatz regenerativer Energien als Ergänzung zu den
konventionellen Energieträgern eine wichtige Rolle zu. Allerdings
sollte man auch die Grenzen beim Einsatz erneuerbarer Energien
klar erkennen. So stehen z.B. uns in Mitteleuropa in der
kalten/dunklen Jahreszeit, wenn der
Energiebedarf besonders hoch ist, im Mittel nicht mehr als
10% der Sonnenenergie im Vergleich zu den Sommermonaten zur Verfügung.
Entsprechend liefern meine Solarröhren an den vielen trüben
Herbst- und Wintertagen bei Kollektortemperaturen unter 20°C
nicht einmal genug Wärme für das tägliche Spülwasser. Last
but not least sollte dem regionalen und überregionalen
Umweltschutz höchste
Priorität eingeräumt werden. Die Reinhaltung von Luft, Wasser
und Boden, dem Erhalt der Wälder usw. kommt den Menschen
unmittelbar zu gute und stellen in der Summe einen
effektiven und nachhaltigen Beitrag zum Klima und zur Lebensqualität
auf unserem blauen Planeten dar. |
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