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Das große Faß von Gröningen steht in
Halberstadt im Jagdschloß in den Spiegelsbergen und jetzt auch im
Guinnessbuch der Rekorde.
Da es nur etwa drei Jahre nach dem 1. Heidelberger Faß vom selben Küfer,
Michael Werner aus Landau,
gebaut wurde, kann man annehmen, daß es fast genauso aussieht, nur größer ist. Eine gründliche
Vermessung und fotografische Dokumentation, die ich am 23.4.05 mit einem befreundeten Ehepaar, Dipl.
Phys. Ludger und Rita Winkelmann, durchführte, bestätigt indirekt die Angaben von Antonius
Praetorius, welche er in seiner lateinischen Beschreibung des "Vas Heidelbergense" von
1595 macht. Wir sind dem Faß in Halberstadt mit Lasermeßgeräten auch von innen zu Leibe gerückt.
Der erste Eindruck war in jeder Hinsicht gewaltig. Unsere Ergebnisse erlauben sicher interessante Rückschlüsse auf das leider nicht erhaltene 1. große
Heidelberger Faß. Das Volumen des Gröninger Fasses liegt nach unseren Messungen bei etwa
144.000 Litern. Es handelt sich damit um das größte Faß des ausgehenden 16.
Jahrhunderts weltweit. Zu besichtigen ist dieses "Wunderding" im Jagdschloß in
Halberstadt, in den Spiegelsbergen 6.
Genauere Angaben und weitere interessante Daten können der jetzt fertiggestellten Volumenberechnung von Ludger Winkelmann entnommen
werden. Seine Ausarbeitungen lassen auch den technischen Laien verstehen, warum ein solches
Riesenfaß zu seiner Zeit internationales Staunen erregte.
Weitere Untersuchungen und Messungen, insbesondere zur Statik des Faßlagers,
wurden am 7. und 8. Juni 2006 vorgenommen. Wir versprechen uns
davon eine weitere Erhellung der erstaunlichen technischen Leistung des
Erbauers. Was damals, also im Jahre 1591 in Heidelberg, weltweit Aufsehen
erregte und drei Jahre später in Gröningen noch überboten wurde, erweist sich
bereits anhand der bisherigen Untersuchungen als eine großartige
Ingenieurleistung, welche diesen Ruhm über alle Sprachgrenzen hinaus wahrlich
verdient hat. Die lateinische Würdigung des Antonius Praetorius von 1595
kann demnach auch für das bloß drei Jahre jüngere Riesenfaß von
Gröningen in Anspruch genommen werden. Die Gültigkeit seiner Dichtung betrifft
in gleicher Weise beide Fässer, da in Gröningen der Nachweis erbracht wurde,
daß die von Praetorius gerühmte technische Leistung des Erbauers, Michael
Werner, reproduzierbar und auch auf ein deutlich größeres Faß übertragbar
war.
Antonius Praetorius berichtet 1595 in seinem Faßgedicht von der ersten Füllung des weltberühmten 1. Heidelberger Fasses im Jahre
1591. Ebenso wurde auch das Gröninger Faß mit Wein gefüllt. Dafür war es schließlich gebaut worden. Bereits 1594, noch im Jahre
der Fertigstellung, wurde das Faß mit Wein gefüllt. Es durfte keinesfalls trockenschrumpfen.
In einem Reisebericht über den Besuch des Königs von Dänemark und Norwegen wird auch für 1595 unter dem Datum des 13. Oktober dieses Faß als "mit Wein" gefüllt erwähnt.
1602 beschreibt Franciscus Allgermann das Faß ebenfalls als "mit Reihn Wein voll gefüllet aus".
Zum Pressebericht der "Volksstimme"
in Halberstadt vom 25.04.2005
Deshalb steht das Halberstädter Riesenweinfaß
jetzt auch im
Guinnessbuch der Rekorde
Und das aus gutem Grund: 1591 war unwidersprochen das 1. Heidelberger Riesenfaß
das weltweit größte. Nur drei Jahre später, also 1594, entstand in Gröningen
das von uns untersuchte Weinfaß mit einem um etwa 10 Prozent größeren
Fassungsvermögen. Da von weiteren Riesenfässern in dieser Zeit nichts weiter
bekannt geworden ist, liegt also im Jagdschloß in den Spiegelsbergen bei
Halberstadt das größte und zugleich älteste Riesenweinfaß des ausgehenden
16. Jahrhunderts. Die Heidelberger Nachbauten aus späteren Jahrhunderten sind
zwar größer gewesen, erhalten ist jedoch nur das 1751 erbaute Faß mit 221.726
Litern.
Zum Pressebericht der "Volksstimme"
in Halberstadt vom 10.06.2006
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