„Erneuerbare” Energien sind keine
Lösung sondern vergrößern das Problem.
Autor:
ARGUS auch “Die Klimakatastrophe - Was
ist dran”
(ISBN-10: 3940431028), ergänzt/erweitert im Juli 08
Zusammenfassung:
1. Erneuerbare Energien gibt es nicht. Diese
Metapher soll bei Unbedarften den Eindruck hervorrufen, dass es billige, sichere
und stetige Alternativen zum Strom aus Kernenergie, Kohle oder Erdgas gibt.
Dieser politisch gewünschte Eindruck ist falsch, damit irreführend, und erzeugt
schweren Schaden in unserer Volkswirtschaft.
2. Die Produktion von Strom aus Wind und
Sonnenlicht leidet unter schweren systematischen Mängeln. Diese erhöhen die
Kosten um ein Vielfaches, verringern die Stetigkeit und Verfügbarkeit massiv
und erfordern eine Pufferung von 1: 1 bei der Windkraft und bei der Photovoltaik.
Bisher kommt noch kein einziges konventionelles Kraftwerk außer Dienst gestellt
werden, weil es Wind- und Solarstrom gibt. Deren notwendige Pufferung muss im
Wesentlichen durch Gaskraftwerke erbracht werden, welche mit Gas betrieben
werden, das wir ohne diese Energiegewinnungsmethode nicht bräuchten. Sie
erhöhen damit drastisch unsere Abhängigkeit von Importen.
3. Eine Versorgung der Bevölkerung mit diesen
Elektrizitätswerken, erhöht die Unsicherheit der Stromversorgung dramatisch und
verteuert extrem den Strom für alle und vernichtet dafür die Basis z.B. der
Grundstoffindustrie mit ca. 1 Million Arbeitsplätzen (BDI Präsident Thumann)
Ein Ausgleich findet durch die mickrige Menge an Arbeitsplätzen der “Erneuerbaren”
nicht statt, im Gegenteil deren Arbeitsplatz-Bilanz ist lt. div.
Wirtschaftswissenschaftler negativ.
4. Der Landschaftsverbrauch ist gewaltig.
Solarkraftwerke verbrauchen das 70 fache, Windkraftwerke das bis zu 240 fache
eines Kohlekraftwerkes gleicher – aber dafür stetiger und billiger - Leistung.
Beim Biosprit kommt zum extremen Landschaftsverbrauch auch noch die Auslaugung
der Böden hinzu, sofern die ganze Pflanze für die Spritproduktion eingesetzt
wird. Der Gründünger durch Pflanzenreste entfällt.
5. Die CO2 Bilanz ist allenfalls
dürftig bis negativ. Die Umweltbilanz (gemessen an Verspargelung, Flächenbedarf,
Herstellung etc.) ebenfalls. Hinzu kommt: CO2 das als Emissionsrecht
weiter verkauft wurde, wird eben woanders erzeugt.
6. Auch Biosprit ist nicht geeignet in
irgendeiner Form, fossile Brennstoffe aus öl, Gas oder Kohle zu ersetzen.
„Der Wille
ersetzt die Vernunft“ – dieses Sprichwort aus dem alten Rom passt haargenau auf
die Förderung der sog. Erneuerbaren durch die Politik. Erneuerbare Energien –
so wird versprochen- verringern unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern
und blasen während der Stromerzeugung kein „klimaschädliches CO2“ in
die Atmosphäre. Das die CO2-Bilanz incl. Herstellung und Betrieb bei
Wind- und Solarstromanlagen verheerend ist, hat sich inzwischen bei vielen
herumgesprochen, dass sie bei Biosprit von Anfang an schlecht ist, leugnen
nicht einmal die Befürworter. Sie unterscheiden aber dazu feinsinnig zwischen
gutem Biosprit CO2 und schlechtem fossilen CO2. Dass das
der Natur völlig egal ist, wird tapfer verdrängt. Erneuerbare Energien sind
aber auch aus ganz trivialen technischen und wirtschaftlichen Gründen keine
Lösung zur sicheren Bereitstellung ausreichender und preiswerter Energie,
sondern verschlimmern das Problem erheblich. Warum? Sonne und Wind schicken
doch keine Rechnung, schalmeit der Solarprediger Franz Alt, echot emsig der
Eurosolar Pabst Hermann Scheer. Diese Volksverdummer wissen natürlich genau,
daß das nicht stimmt. Auch Walderdbeeren oder Wildpilze sind kostenlos und bekommen
erst durch das Sammeln einen Preis. Schließlich produziert man ja mit der Sonne nur mit erheblichem Aufwand verwendbaren
Strom oder Wärme. Und erst der Wind, dort ist der Aufwand ebenfalls extrem
hoch, um ein wenig Strom zu erzeugen. Aber es klingt eben gut. Und leider,
viele, viele Menschen glauben diesen Schwindlern. Wie extrem und wie teuer das
alles ist, schauen wir uns mal ein wenig an. Dazu ist es gut, sich die
Anforderungen an eine gut funktionierende Stromversorgung vor Augen zu führen.
Schreiben wir uns die 3 Hauptforderungen auf – sie heißen Wirtschaftlichkeit –
Verfügbarkeit – Stetigkeit. Die Energiewirtschaft faßt die beiden Anforderungen
Verfügbarkeit – Stetigkeit zur Versorgungssicherheit zusammen und fügt – aus
guten und akzeptierten Gründen- noch die Umweltverträglichkeit hinzu. Wir
wollen sie aber in dieser Untersuchung getrennt betrachten. Diese Anforderungen
waren bisher breiter Konsens und lagen jeder Investitionsentscheidung ob
Kraftwerk, Raffinerie, Gaspipeline etc. zugrunde. Weder der Strom aus Wind,
noch aus Solarzellen kann auch nur in einer dieser 3 Disziplinen -
Wirtschaftlichkeit – Verfügbarkeit – Stetigkeit- hervorstechen. Im Testurteil
würden diese Energiearten den Wert „Mangelhaft“ in jeder der Disziplinen
bekommen. Und für alle 3 zusammen ein beständiges „Ungenügend“ . Warum?
Elektroenergie aus der Windkraft
Fragen wir
zuerst mal nach deren Wirtschaftlichkeit:
Ausspruch des
Windlobbyisten Ralf Bischof: Zitat: In
Deutschland erleichtern ein stabiler Einspeisetarif, gut organisierte Gesetzgebung
und entsprechende Rahmenbedingungen für Zulagen und Netzanbindung die rasante
Entwicklung der Kapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energien. Die Novelle
des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) sieht höhere Einspeisetarife vor und
wird Innovationen und Investitionen fördern. "Für den Sektor Windenergie
ist die EEG-Novelle in jedem Fall zu begrüßen. Sie stellt eine Trendwende und
einen hohen Anreiz zur Modernisierung der Anlagen dar, womit sie die gesamte
Branche wiederbelebt", so Bischof (Geschäftsführer des Bundesverbandes
Windenergie) gegenüber pressetext. Mögliche
Dotcom-ähnliche Folgen für den Windenergie-Sektor seien undenkbar. Das ist
für die Verdiener im Windgeschäft wunderbar, für uns alle anderen leider nicht.
Warum? Eine Windkraftanlage (WKA) wird heute für ca. 1000 € je kW installierter Leistung errichtet. Diese
installierte Leistung erreicht sie
jedoch sehr selten. Nämlich nur dann, wenn der Wind mit einer Geschwindigkeit
von ca. 12 m/s ca. das sind 6 (Bf) Windstärken, bläst. Das ist bereits ein
starker Wind und nur wenig von Sturm und
Orkan entfernt. Also liefert unsere WKA – wenn der Wind überhaupt bläst- bei
geringerer Windstärke, deutlich weniger
Strom,– der Leistungsabfall geht nämlich mit der 3. Potenz einher. D.h. auf
Deutsch, halbe Windstärke bedeutet 1/8 der vorherigen Leistung. Umgekehrt
natürlich auch, doppelte Windgeschwindigkeit –achtfache Leistung. Nur funktioniert
das nicht so richtig. Die allermeisten Anlagen werden aus Sicherheitsgründen
bei Windgeschwindigkeiten geringfügig oberhalb ihrer Nennleistung einfach
abgeschaltet, die Propeller auf geringsten Widerstand gestellt. Das rettet zwar
die Windkraftanlage vor der Zerstörung,
reduziert aber die Stromeinspeisung von einem Höchstwert innerhalb von Sekunden
auf Null. Das beschert den anderen Netzeinspeisern erhebliche Probleme, die
nicht so einfach ausgepuffert werden können, aber müssen. Oder möchten Sie bei
einer Operation am offenen Herzen, was Gott verhüten möge, an eine
Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, die durch Windenergie betrieben
wird?
„Normal“ und
häufig sind in Deutschland Windgeschwindigkeiten von 4 bis 7 m/s. Bei 6 m/s
beträgt die Leistung einer WKA nun nicht die Hälfte, sondern wie schon erwähnt
nur auf ein Achtel der Nennleistung. Sind es statt 6 nur 4 m/s, so sinkt die
Leistung auf mickrige 3,7% der Nennleistung. Das ist der Hauptgrund – neben der
unsteten Windverfügbarkeit generell - daß die WKA´s in Deutschland einen Nutzungsgrad
von deutlich unter 20 % haben. Im Jahre 2006 waren es nur knapp 17 %,
im Jahre 2007 ein klein wenig mehr. Für den Investor bedeutet dies, daß er in
eine Stromfabrik investieren soll, die nur zu weniger als 20 % ihrer verfügbaren
Zeit überhaupt Strom produziert. Bei Kern- oder Kohlekraftwerken liegt dieser
Wert um die 90 %! Jetzt wird auch klar, warum die ursprünglich relativ geringe
Investitionssumme von 1000 €/kW in der
Realität zu einem extrem hohen Investsumme von deutlich über 5000 €/kW führt,
diese Fabrik ist ja fast nie lieferbereit. 83 % ihrer Zeit steht sie still! Zu
diesen schweren Nutzungs-Problemen kommt der extreme Flächenverbrauch. Man kann
die WKA´s nicht einfach dicht an dicht stellen. Sie brauchen einen Mindestabstand
zueinander, um die Windenergie –wenn sie dann kommt- optimal zu nutzen. Der
Physiker Alvo von Alvensleben schreibt dazu:
Zitat „Die Strömung hinter dem Rotor ist
turbulent, und jedes Windrad wirft einen Windschatten. Das muss man bei der
Anlage von Windparks bedenken. Als Faustregel gilt, dass der Abstand der
einzelnen Windturbinen zueinander in der Hauptwindrichtung 5 bis 9 Rotordurchmesser
betragen soll, und in der Querrichtung 3 bis 5 Durchmesser. Das ist aus
Platzgründen nicht immer möglich. Deshalb rechnen zum Beispiel die Betreiber
der zwei Windmühlen auf der Holzschlägermatte am Schauinsland mit 15%
Ertragsverlust der zweiten Mühle wegen Windschatten von der ersten.“ Zitat
Ende.
Und der
„grüne“ Hamburger Bildungsserver
schreibt: Zitat: „So ist zum Beispiel ein
Kohlekraftwerk mit 650 MW elektrischer Leistung auf ein Areal von circa ein bis
zwei Quadratkilometern konzentriert. Um die gleiche Leistung aus Windgeneratoren
zu erbringen, müssten „325“ Anlagen
zu je zwei Megawatt oder „6.500“
(Paranthese und Hervorhebung vom Verfasser)
Anlagen zu je 100 Kilowatt errichtet werden. Wenn zwischen den
2-Megawatt-Konvertern jeweils nur 300 Meter Abstand beständen, ergäbe das einen
Flächenstreifen, der mehr als 100 Kilometer lang wäre.“ Zitat Ende. Diese
Berechnung ist stark zu Gunsten der Windkraft geschönt, aber in der Tendenz
stimmt sie. Es werden in der Tat Riesenflächen gebraucht. Da eine 2,5 MW WKA
einen Rotordurchmesser von etwa 100 m
benötigt wird, sind 300 m Abstand oder 3 Rotordurchmesser zum optimalen Betrieb
(mit nur 17 % Nutzungsgrad!) sicher sehr optimistisch oder schlicht „schön“
gerechnet. Benötigt würden real min. 500 m in Hauptwindrichtung, besser 900 m,
und 300 m bis 500 m in Querrichtung. D.h. um ein Kohlekraftwerk mit 650 MW und
90 % Nutzungsgrad zu ersetzen benötigt man in etwa und großzügig gerechnet,
eine Windkraftanlagenkette (mit 17 % von 2,5 MW = 0,425 MW gelieferte dafür
unstetige Leistung) von sage und schreibe 1.376 Stück, die auf einer Strecke
von min. 0,5 km x 1376 Stck = 688 km Länge aufgestellt werden müssten. Das ist
länger als die Luftlinie von Berlin nach Aachen! Sollte die dann annähernd ihre
Nennleistung erbringen und gegenseitige Behinderung vermindern, müßte der Abstand
eher auf 700 m steigen, was die Aufbaustrecke auf 963 km – ungefähr die
Entfernung Berlin-Paris- erhöhen würde. Da hilft es auch nicht viel, daß der
emsige Windbauer und Landwirt einen großen Teil des Landes unter der WKA weiter
mit Biospritgetreide bebauen könnte. Er hat einfach nicht, und wir erst recht
nicht, diese riesigen Flächen zur Verfügung. Der Flächenverbrauch ist riesig,
denn quer zu Hauptwindrichtung dürfte ja auch keine andere WKA stehen,
(vielleicht nur erdhügeleähnliche biofreundliche Nullenergiehäuser, die den Windstrom
nicht beeinträchtigen). Denn, mit 300 m minimal Abstand in Querrichtung und 500
m in Hauptwindrichtung ergibt sich ein Flächenbedarf von 206 km2,
beim optimalen Abstand von 500 m sind das gewaltige 481 km2. Das ist
zwischen 100 x bis 240 x die Fläche eines einzigen mittleren Kohlekraftwerkes.
Und, damit wäre gerade mal ein einziges Kohlekraftwerk nominal ersetzt worden.
Ein gigantischer Landschaftsverbrauch, der eigentlich nur noch vom viel
gepriesenen Biolandbau getoppt wird. Für wie dumm halten uns eigentlich die WKA
Befürworter in Politik und Wirtschaft. Offensichtlich – mit Erfolg- für sehr
dumm.

Abbildung: 23 Das Bild zeigt das Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven mit
einer Leistung von 750 MW. Um die gleiche
Energie wie das Kraftwerk im Jahr zu erzeugen, muss man 3.000 (drei Tausend)
der neben stehenden Windgeneratoren aufstellen. Auf das Kraftwerk könnte man trotzdem nicht
verzichten, da auch bei Flaute Strom bereit gestellt werden muss.
Kommen wir nun
zu den Kosten. Kein normaler Mensch würde unter diesen Umständen in Windparks
investieren. Das geht nur mit massivem Zwang und Unterstützung durch die
Politik. Zu diesem Zweck wurde noch 1991 unter Kohl das Stromeinspeisungsgesetz
geschaffen und später als EEG oder Energieeinspeisegesetz von Rot-Grün
novelliert. Ein trickreiches Gesetz, das die ungeliebten Versorger zwingt, dem
Anbieter von erneuerbarer Energie diese beständig abzukaufen und zwar zu extrem
überhöhten, staatlich festgelegten Preisen. Der darf dafür großzügigerweise
diesen Zwangseinkauf, mit Aufschlägen versehen, an den Verbraucher weitergeben.
Damit liegt der schwarze Peter der folgenden zwingenden Preiserhöhung beim Versorger. Der Staat – Auslöser dieses Verwirrspieles –
kassiert über die Mehrwertsteuer mit und darf behaupten, keine Subvention für
diese Energien zu zahlen. Kein Wunder, dass dieses trickreiche Gesetz der Hauptexportschlager
der dann rot-grünen Regierung wurde, wie Umwelt-Staatssekretär Michael Müller
fast schon euphorisch mitteilte. So sei das EEG ganz oder in Teilen schon in
über 46 Länder der Welt exportiert worden. Die Regierungen gehen wohl zu Recht
davon aus, dass die Dummen eben einfach nicht aussterben.
Die
sog. Einspeisevergütung beträgt bei landgebundenen WKA´s ca. 8,9 ct pro kWh und
wird ab 2009 auf 9,5 ct/kWh erhöht. Für Offshore-Anlagen sind gerade 13
bis 15 ct/kWh festgelegt worden. Dieses Geld wird dem Windmüller von den
Versorgern bezahlt (und mit deftigen Aufschlägen uns Verbrauchern belastet), wann
immer der den Strom liefert, unabhängig davon ob er gebraucht wird oder nicht.
Diese leiten den Strom dann - unstetig wie er ist - in das Netz ein. Dabei gilt
die Faustregel daß jedes kW aus Wind mit einem weiteren kW aus
Gaskraftwerken aus einsehbaren Gründen gepuffert werden muss. Das Verhältnis
ist 1:1! Ein kW Windleistung bedingt 1 kW Fossilleistung aus Gas!
Leistung, die also der doppelt bereitgestellt werden muss, um halb geliefert zu
werden. (Bei Starkwind schaltet die Gasturbine ab und bei Flaute läuft sie mit
Volldampf?).
Der
Einspeisevergütung von 8,9 ct/kWh stehen Erzeugerpreise aus Braunkohle und
Kernenergie von etwa 2,4 ct/kWh gegenüber, bei der Steinkohle liegt dieser
Preis bei etwa 4,0 ct/kWh.
Die Kosten für zusätzliche Leitungsnetze, Anbindung an das Stromnetz und
Regelenergie betragen ca. 2,4 Cent/kWh, zusammen also 11,3 ct/kWh. D.h. die
Windenergie belastet uns Verbraucher direkt mit bis zu den 4,5 fachen Kosten
aus konventioneller Stromerzeugung. Niedersachsen leistet sich zusätzlich den
Luxus -und uns die Bürde- per Gesetz statt der bisherigen kostengünstigen aber
häßlichen Freileitungen Erdkabel vorzuschreiben. Die sieht man nicht mehr, sie
kosten dafür aber rund das Achtfache. Kein Wunder, wenn Großfirmen wie Siemens
und EON, die inzwischen dick im Geschäft sind, begeistert bei dieser Abzocke
des Verbrauchers mitmachen.
V. Alvensleben
schreibt dazu: Die von mir oben genannte
Luxusabgabe beträgt 80,30 Euro/Megawattstunde. Das ergibt Gesamtkosten von
(2003 hic) 1,57 Milliarden Euro pro
Jahr, die allen Stromverbrauchern erspart würden, wenn der Strom statt aus
Windenergie auf herkömmliche Weise erzeugt würde...Noch schlimmer, im Jahre
2007 waren rund 19.500
Windräder in Deutschland installiert. Und die Kosten haben sich weiter erhöht.
Inzwischen sind wir bei 89,17 €/Megawattstunde und damit bei einer
Zusatz-Belastung der Bürger durch EEG und Wind von 3,442 Mrd €. Oder anders ausgedrückt: Jedes dieser
Windräder belastet den Bürger mit 176.512 € pro Jahr. Der Wahnsinn hat Methode.
Darin sind die allfälligen direkten und indirekten Subventionen aber noch nicht
enthalten. 2002 summierten sich diese Kosten lt. einer Aufstellung von v.
Alvensleben auf ca. 2 Mrd € pro Jahr. Dies dürften inzwischen deutlich mehr
sein, rechnen wir konservativ mit nur 2,5 Mrd € heute. Dann kostet uns der
zerstörerische Luxus Windenergie jährlich etwa 6 Mrd €. Bei etwa 45.000
Arbeitsplätzen, die die Windindustrie vielleicht brutto aufbietet, wird somit jeder
Arbeitsplatz von uns –gezwungenermaßen- mit 133.000 € subventioniert. Diese horrende
Subventionierung der ABM Windenergie wird wohl nur noch von der für Solarstrom
überboten, aber darüber weiter unten mehr. Manche Politiker haben die
Ungeheuerlichkeit dieser Abkassiermethodik erkannt und auch angesprochen. Wer
in Anlagen an günstigen Standorten investiert, kann damit eine Verzinsung erzielen,
wie sie anderswo meist unerreichbar ist. Der ehemalige sächsische Ministerpräsident
Kurt Biedenkopf hat Windkraftanlagen deshalb als „Maschinen zum Gelddrucken“ bezeichnet, und der Wirtschaftsminister
Clement sagte in einem Interview im September 2003: Zitat“ „Aber es geht auch nicht, dass sich manche – und das wissen wir doch,
es sind Zahlen dazu veröffentlicht worden, - dass aus der Anlage in eine
Windenergieanlage ein Gewinn von 16 bis 20 Prozent folgert. Zeigen Sie mir mal
andere Anlagen, aus denen man so viel Gewinn ziehen kann. Man muss doch über
diese Dinge offen sprechen, ich tue das einfach, ich spreche darüber offen: Das
geht so nicht weiter.“ Stimmt: Beide Herren sind - vielleicht auch aus
dieser Offenheit heraus - nicht mehr im Amt.
Verfügbarkeit
Wind weht, oder
er weht nicht. Die Stromerzeugung durch Wind ist demnach angebotsabhängig und
nicht verbrauchsabhängig, zumal dann wenn die Angebotsseite nicht dem Einfluß
der Windmüller unterliegt. Das ist eine grundsätzliche Schwäche dieser Form der
„erneuerbaren“ Energie. Und sie kann auch nicht durch Technologie behoben
werden, denn diese Technologie gibt es nicht, weder heute, noch morgen.
Jedenfalls ist keine technisch machbare und
dazu noch wirtschaftliche Lösung in Sicht.

Abbildung 24: Mittlere
Windstromeinspeisung in Deutschland im Jahre 2007: Quelle Uni Kassel 2008 sieht
nicht anders aus.
Strom kann
nicht in großem Maßstab gespeichert werden. Das ist von Anfang an bekannt und
wirtschaftliche Lösungen dieses Problems sind bis heute nicht mal im Ansatz angedacht,
ausprobiert oder entwickelt. Und wenn es gelöst werden würde, dann stiegen die
Kosten für alle Arten von erneuerbarer Energie schnurstracks weiter. Es gibt
allerdings eine alte, bekannte und auch teure Methode Strom in größeren Mengen
zu speichern. Man pumpt Wasser in hochgelegene Speicher und läßt dann im
Bedarfsfall das Wasser durch Turbinen wieder herunterrauschen. Dabei wird die
ruhende Energie des gespeicherten Wassers wieder in elektrische Energie umgewandelt. Allerdings sind die Verluste bei diesem
Verfahren enorm, (ca. 20 %) die Kosten entsprechend hoch und die Anforderungen
an die Topologie dieser Pumpspeicherwerke nur in sehr wenigen Fällen erfüllbar.
Als Standardlösung scheidet dieses Verfahren also aus. Auch die vielfältigen
zum Teil schon verzweifelten Versuche der Windindustrie, den erzeugten Strom
speicherfähig zu machen, scheitern bisher an der nicht verfügbaren Technologie.
Sollte die aber irgendwann mal gefunden werden, dann ist noch die Kostenfrage
zu klären. Dies wäre aber die Grundvoraussetzung daß man großtechnisch Strom
aus Wind (das gleiche gilt für den Solarstrom) als Ersatz für irgendeine der
Standardtechnologien, wie Kohle, Kernkraft oder Gas einsetzen könnte. Oder
wollen Sie wirklich in Deutschland oder in Spanien (Weltmeister und Vizeweltemeister
in der Förderung der Windenergie) oder sonstwo in einen Fahrstuhl steigen, der
durch Windenergie betrieben wird? Sicher nicht! Sie nicht, ich nicht, die
Regierung erst recht nicht, keiner. Also wozu soll das Ganze gut sein?
Stetigkeit
Eng mit der
Verfügbarkeit verwandt, aber doch ein eigener Problemkreis, ist die Stetigkeit
der Stromversorgung.

Abbildung 25: Anforderungen an die
technische Qualität des Stromnetzes
Dafür gilt das technische Qualitätsdreieck.
(s. Abbildung) Die dort genannten Gütekriterien müssen mit sehr hoher Exaktheit
eingehalten werden, damit es nicht zu empfindlichen Störungen und sogenannter
Blindleistung kommt, wo die Erzeuger praktisch nicht gemeinsam in die Speichen
greifen sondern sich gegenseitig behindern bzw. sogar gegeneinander arbeiten.
Sonst kann es vorkommen, und ist schon öfter vorgekommen, daß sich die Netze
gegenseitig behindern und einander abwerfen. So zum Beispiel beim großflächigen
Stromausfall vom 4.11.06 als in halb Westeuropa der Strom zwangsabgeschaltet
wurde, wegen einer zwar geplanten aber dann nicht kommenden Windeinspeisung im
Weser-Ems- Gebiet. Zuvor jedoch leiden alle die Verbraucher, die auf eine
stetige, d.h. frequenzstabile , gleichmäßige Spannungshöhe aufweisende Stromeinspeisung angewiesen sind. Die
Falschgang von Synchronuhren ist da noch das kleinste Problem.
Elektroenergie aus der Sonne
Für die Solarenergie gilt das oben gesagte qualitativ
fast 1:1. Unwirtschaftlich, unstetig, angebotsabhängig. Quantitativ aber liegen
Welten zwischen beiden. Dies drückt sich besonders in den Kosten und dem Flächenbedarf
aus. Solarenergie ist nochmals viel, viel teurer als die schon sehr teure Windenergie.
So liegt der Nutzungsgrad der teuren Solartechnik gerade mal bei dürftigen 8 %. Weniger als der
Hälfte von der schon schlechten Windenergie. Nachts scheint nun mal keine
Sonne, und jede kleine Wolke dämpft das kostbare Sonnenlicht weiter kräftig. Zudem
beträgt der Umwandlungswirkungsgrad im Schnitt gerade mal um die 12 %. Unter Idealbedingungen versteht sich.
Wenn erst mal der Zahn der Zeit an den Solardächern genagt hat, dann dürfte
auch dieser nochmals rapide nach unten abdriften.
Trotz der boomenden Solarfirmen und trotz der
Politikerreden zur Zukunftsindustrie „Solartechnik“ hat die daraus gewonnene
Energie in Deutschland nur einen Anteil von 0,4 % an der hiesigen Stromversorgung.
Auch wird sich dieser Anteil bis zum Jahre 2020 nur auf ca. 1,5 % steigern lassen können. Dafür
kostet sie aber, und wie! Heute beträgt die Einspeisevergütung, statt wie vom
Solarmilliardär und CDU Zukunftspreisträger Frank Asbeck mit 12,5 ¢/kWh
prophezeit, rund 51 ¢/kWh. Und die ist für jeden, der sich Solarmodule aufs
Dach stellt, für 20 Jahre garantiert! Es ist allerdings wenig wahrscheinlich,
daß die schwarzen Bretter auf dem Dach 20 Jahre lang Strom liefern, vorher
werden sie sicher ein mehrfaches ihrer Investitionskosten als Wartung und evtl.
Abbau verschlungen haben, denn einige der besonders beliebten Solarzelltypen
enthalten u.a. das besonders giftige Schwermetall Cadmium. Merkwürdig nur, daß
häufig besonders emsige Biokost Verfechter das hohe Lied der Solartechnik
singen. Chemie in Lebensmitteln – auf keinen Fall, Schwermetall = Sondermüll
auf dem Dach? Warum nicht, wenn´s der Ideologie dient.
Zurück zu den Kosten. Die Einspeisevergütung
für die geringe Menge Solarstrom, die zusätzlichen Subventionen, die
Vernichtung von Arbeitsplätzen, die sonst in anderen Industriezweigen entstanden
wären, summiert sich heute schon auf rd. 7 Mrd € wie eine Studie des RWI zeigt. Die berechnen die
jährliche Subventionierung jedes Arbeitsplatzes in der Solarindustrie mit rund
205.000 € jährlich. Und der sonst so umweltbewegte Focus schrieb dazu:
„Durch den enormen Zubau weiterer Anlagen und die 20-jährige
Laufzeit der garantierten EEG-Vergütung könnten bis über 100 Milliarden Euro an
kumulierten Kosten entstehen, hat das Rheinisch-Westfälische Institut für
Wirtschaftsforschung RWI errechnet. Dabei sind die RWI-Experten sogar noch von
künftig geringeren Stromeinspeise-Vergütungen ausgegangen, die eine derzeit
diskutierte Novellierung des EEG vorsieht“.
Auch das Argument der Schaffung von High-Tech Arbeitsplätzen klingt da nur
zynisch. Dazu schreibt Daniel Wetzel von der Zeitung die Welt: „Um die hohe Förderung dennoch politisch
opportun erscheinen zu lassen, bejubelt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW)
die eigene Branche als "Jobmotor". Ein starkes Wort. Denn in den Hightech-Bereichen Zellen-, Silizium- und
Wafer-Herstellung sowie Wechselrichterbau arbeiten nach Angaben des BSW gerade
3500 Menschen. In der technisch weniger anspruchsvollen Modulproduktion sind es
1600. Der größte Teil der Stellen, rund 20 000, entfällt auf das installierende
Handwerk. Gezählt wurden die Jobs nie - der BSW schließt pro 150 000 Euro
Branchenumsatz auf einen Arbeitsplatz“.
Und doch gibt es Menschen die sich richtig über diese Verschwendungstechnologie
freuen können, die wenigen Solarfirmen -Inhaber deutscher Provenienz wie z.B. besagter
Frank Asbeck, aber noch viel viel mehr freuen sich chinesische und japanische
Unternehmer. Denn.....(Frank Wetzel in besagten Weltartikel) . In den vergangenen zwei Jahren wurden jedenfalls
jeweils mehr als 50 Prozent der in Deutschland verbauten Solarstrom-Anlagen von
ausländischen Konzernen geliefert... Nur 201,7 Megawatt konnten die deutschen
Firmen 2004 auf den Markt bringen. Aufgestellt wurden hierzulande laut
"Photon" mindestens 770 Megawatt. Große ausländische Anbieter, wie
etwa die chinesische "Suntech" preisen ganz ungeniert im Internet,
daß "80 Prozent unserer Produktion nach Europa geht, mit Deutschland als
dem größten Markt". Und dazu noch deutlich teurer als im heimischen
Markt, wie das Unternehmen Sharp neulich bekannt gab. Da kommt doch Freude auf.
Entwicklungshilfe für den Klimaschutz mal auf ganz andere Art. Und dann weiter:
.... Wissenschaftler kommen auf
andere Zahlen. Wolfgang Pfaffenberger, Leiter des Bremer Energie-Instituts, hat
die Arbeitsplatz-Effekte der erneuerbaren Energien untersucht. Danach entziehen
die "gewaltigen Kosten der Photovoltaik" den Bürgern soviel
Kaufkraft, daß mehr Arbeitsplätze verhindert werden, als in der Solarbranche
neu entstehen. "Der Netto-Effekt in
Bezug auf Arbeitsplätze ist negativ."
Gigantisch ist nicht nur der Finanz- sondern auch der Flächenbedarf. Pro kW
realer Leistung wird eine Fläche von ca. 187 m2 benötigt, das ergibt
sich jedenfalls, wenn man die Leistung der Anlage wie sie auf der hübschen
Insel Pellworm
installiert wurde, von der installierten Leistung mit einem Nutzungsgrad von 8
% auf reale Leistung umrechnet. Um die 650 MW eines normalen Kohlekraftwerkes
zu erreichen, das ca. 2 km2 Fläche benötigt, müßte allein für die
Stromerzeugung eine Fläche von 121,55 km2
mit Solarzellen bepflastert werden. Zusätzlich natürlich die Flächen für die
Infrastruktur, wie Straßen, Leitungen, Zäunen, Wartungshäusern, Umspannwerken etc. berücksichtigt werden.
Setzt man die mit mageren 20 % an, kommt man auf ca. 146 km2 um die gleiche Leistung
wie ein konventionelles Kohlekraftwerk bereitzustellen. Anders ausgedrückt, wir
benötigten etwa die Fläche von 73 Kohlekraftwerken, um real die gleiche – wenn
auch unstete- Leistung mit Solarstrom zu erzeugen. Hätten dann aber immer noch
die Probleme der hohen Kosten, der mangelnden Verfügbarkeit und der mangelnden
Stetigkeit. „Zumindest einen
Nutzen brachte der gigantische Windradschwindel: Er hat Hersteller
und Betreiber reich gemacht, über Subventionen, für die der Stromkunde
geradestehen muss“ Olaf Henkel, 15.9.04 in Bild.
Und Kommissar Andris Piebalgs, zuständig
für den Bereich Energie, sagt kürzlich Zitat: „In einer Zeit steigender Erdölpreise und des Klimawandels bieten uns
erneuerbare Energiequellen eine Chance, die wir nicht vergeben sollten. Sie
ermöglichen es uns, CO2-Emissionen zu reduzieren und die Versorgungssicherheit
zu erhöhen. Zitat Ende: Was er wohl meinen könnte? Die oben beschriebenen Erneuerbaren
bestimmt nicht. Und als Karnevalsscherz war es auch nicht gemeint.
Biosprit
Biosprit soll auf 17 Prozent gesteigert werden
- so die Bundesregierung in ihren „Meseberger Beschlüssen“.
Es soll also die Wunderwaffe sein.
Nachwachsende Rohstoffe als Biosprit. Dazu wurden gerade in letzter Zeit viel
geschrieben. „Mais für den Tank“, „zwei Tankfüllungen könnten einen Menschen ein Jahr lang ernähren“ usw. so lauteten einige der Schlagzeilen der
letzten Wochen des Frühjahres 2007. Zugegeben, Biosprit kann, wenn er erstmal
gewonnen wurde, Automobile stetig antreiben. Nicht alle zwar, rund 3,5 Mio.
Automobile älteren Jahrgangs würden allein in Deutschland die magere
Beimischung von nur 10 % Biosprit nicht lange überleben. Aber es ginge. Die
Frage ist zu welchem Preis. Und der ist wie bei allen regenerativen Energien
–mit Ausnahme der –allerdings Landschaft verschandelnden und fressenden Wasserkraft-
sehr, sehr hoch. Zur Zeit kann man den Biosprit aus eigens dafür angebauten
Nährpflanzen wie Mais, Getreide (Weizen etc) aber auch Raps, Palmfrüchten und
Zuckerrohr herstellen. Diese Pflanzen müssen, wie alle anderen Kulturpflanzen
auch, ausgesät, bewässert, gedüngt, gepflegt, geerntet, transportiert und
schließlich in Biosprit umgewandelt werden. Die vorhandenen Flächen, bisher für
den Nährpflanzen- oder Futterpflanzenanbau genutzt, stehen in Konkurrenz zu
eben diesen Pflanzen. Dazu kommt, daß der Energieinhalt pro kg Masse (alle
regenerativen Energien haben dasselbe Problem: die geringe Energiedichte) sehr
klein ist. Es muß also viel mehr Masse verarbeitet werden, um letztlich die
gleiche Energie bereitzustellen, die in einem Liter Benzin, oder einem Kubikmeter
Erdgas steckt. Professor Konrad Scheffer von der Universität Kassel sagt dazu: „Biodiesel liefert nur einen relativ
geringen Nettoertrag", so der Agrarwissenschaftler. Der Energieverbrauch
bei der Verarbeitung des Rohstoffs zu Kraftstoff sei fast so hoch wie der
Brennwert des Endprodukts. Durch den Anbau von Raps werden zudem Schadstoffe
frei – die Ölfrucht mit den gelben Blüten produziert bis zu 3,6 Kilo Lachgas
pro Hektar. Das Gas wirkt sich 300 Mal stärker auf die Atmosphäre aus als
Kohlendioxid.“ Na sowas. Auch noch Lachgas! Und zusätzlich auch noch
klimaschädlich. Wer hätte das gedacht. Aber es geht noch weiter. Angefeuert
durch die starke Subventionierung der Biospritpflanzen gingen die angebotenen
Mengen für die minder lukrativen Nährpflanzen deutlich zurück. Die Folge war
und ist ein erheblicher Preisanstieg bei Weizen, Mais, Reis, Soja und viele
Getreidesorten. Dies trifft und traf gerade wieder die Ärmsten der Armen. Uns
natürlich auch, aber dort trifft es den absoluten Lebensnerv. In Mexiko-Stadt
gingen in diesem Frühjahr bereits über 100.000 Menschen auf die Straße, weil
sich der Preis für ein Kilo Tortilla - hergestellt aus Maismehl - binnen
weniger Wochen nahezu verdoppelt hat, nicht zuletzt wegen des Ethanol-Booms. In
Haiti gab es die ersten Toten, als die Hungernden ihrem Protest mit Ausschreitungen
gegen Händler und Staatsgewalt Ausdruck gaben. Deswegen und mit besonderem
Nachdruck sagte der Schweizer UN-Sonder-Gesandte Jean Ziegler: Biodiesel
ist ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"
Die Welt berichtet darüber wie folgt:
New York - Der UN-Experte Jean Ziegler hat ein
fünfjähriges Moratorium für die Produktion von Biokraftstoffen gefordert.
Biodiesel werde aus Getreide hergestellt. Das treibe die Nahrungsmittelpreise
in die Höhe. Mehr Menschen müssten hungern. Die Nutzung von fruchtbarem Boden
zur Produktion von Biokraftstoffen, so Ziegler, sei "ein Verbrechen gegen
die Menschlichkeit". Um 50 Liter Ethanol zu gewinnen, seien 232 Kilogramm
Mais nötig. Damit könne ein Kind in Mexiko oder Sambia ein Jahr ernährt werden.
AP
Aber selbst wenn das nicht direkt die prekäre
Ernährungslage vieler Menschen betreffen würde, die Herstellung von
Treibstoffen auf pflanzlicher Basis ist ein (wieder mal) extrem
unwirtschaftliches Unterfangen. Prof. Michel berichtete jüngst auf der Tagung
für Nobelpreisträger in Lindau folgendes:
Biogas besteht zu 60% aus Methan, der Rest
ist größtenteils Kohlendioxid. Es entsteht aus landwirtschaftlichen
Abfällen, die im luftdicht abgeschlossenen Fermenter von methanogenen
Bakterien abgebaut werden. Wird die gesamte Produktion eines Maisfeldes
"vergast", so gewinnt man 4600 m3 Biogas pro Hektar.
Verstromt man dieses Biogas so entspricht
dies einer Produktion von 1,7 kWh pro Quadratmeter oder einer kontinuierlichen
Leistung von 0,2 Watt pro Quadratmeter. Nicht berücksichtigt wurde bei
dieser Rechnung die Tatsache, daß für Anbau und Transport des Rohstoffs
40% der erzeugten Energie verbraucht werden. Weil die Sonne in den mittleren
Breiten 150 W/m2 einstrahlt, ist der Gesamtwirkungsgrad des
Biogas-Systems mit weniger als 0,1% äußerst gering. Die Bundesrepublik
Deutschland benötigt pro Jahr 630 TWh elektrischer Energie. Für diese
Energiemenge würde man 560.000 km2“ Anbaufläche benötigen,
doch umfasst das ganze Land nur etwa 350.000 km2.
Und
bei Biodiesel sieht die Bilanz ähnlich
erschreckend schlecht aus. Prof. Michel berichtet auf der gleichen Tagung auch
dazu:
Biodiesel wird aus Rapsöl produziert.
Das zum Methylester verarbeitet wird. Der Ertrag beträgt etwa 1.200
Liter pro Hektar. Die Energiebilanz kann noch verbessert werden, wenn
man die Rückstände zur Biogasproduktion einsetzt. Etwa 62% der insgesamt gewonnenen Energie müssen in die Produktion
des Biodiesels investiert werden.
Zur Produktion von Bioethanol und Biodiesel werden nur gewisse
Teile der Pflanze genutzt. Beim BTL- Verfahren (Biomass To Liquid) wird
die gesamte Biomasse genutzt, indem sie unter sauerstoffarmen Bedingungen
zu einem Gemisch von Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Wasserstoff und Wasserdampf
verbrannt wird. Nach dem Abtrennen des nicht brennbaren Anteils erhält
man Synthesegas, das nach dem bewährten Fischer-Tropsch-Verfahren zu
flüssigen Kohlenwasserstoffen umgesetzt werden kann. Dieses Verfahren
eignet sich unter anderem zur Verwertung von Holz und Holzabfällen. Aus
4 kg Holz (das größtenleils aus Cellulose besteht) kann 1 Liter Fischer-Tropsch-Diesel
oder Sundiesel produzier werden. Ein anderer Weg zur Nutzung von Cellulose
ist ihr enzymatischer Abbau zu Zucker, doch sind die erforderlichen
Enzyme bislang viel zu kostspielig, um eine wirtschaftliche Produktion
von Bioethanol zu ermöglichen.
und
weiter unten
...Pappel und das aus Asien stammende Chinaschilf
(Elefantengras, MiscaTlfhus), das jedes Jahr geerntet werden kann, liefern
in unseren Breiten am meisten Biomasse, aus der ca 0,5 Liter Treibstoff
pro Quadratmeter gewonnen wird. Gegenüber der für die Produktion investierten
externen Energie beträgt der Energiegewinn ca. 60%. Doch um die Motorfahrzeuge
in Deutschland mit BTL- Treibstoffen zu versorgen, müssten 200.000 km2,
das heißt 44% der Gesamtfläche des Landes, mit Pappeln bebaut werden.
Nun
ist
unsere Regierung ja viel bescheidener. Sie möchte, daß nur 17 % der Treibstoffmenge
durch Biosprit ersetzt wird. D.h. wir müßten - nach obiger Rechnung - nur
34.000 km2 mit Pappeln bepflanzen. Die gesamt nutzbare Anbaufläche
in Deutschland beträgt nur 171.000 km2. Dann sollten immer noch
knapp 20 % der Anbaufläche statt mit Getreide mit Pappeln bepflanzt werden. Der
Slogan „Zurück zur Natur“ bekommt damit eine ganz neue Bedeutung. Die Kosten
dafür wären astronomisch, aber zur Freude der Bauern würden dafür auch die
Preise für Brotgetreide und Gemüse in die Höhe schnellen. So warnte unlängst
der Chef des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, Peter Brabeck, in der
«NZZ am Sonntag»
ebenfalls vor verheerenden Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion. «Wenn man 20 Prozent des steigenden Erdölbedarfs
mit Biotreibstoffen decken will, wie das geplant ist, dann gibt's nichts mehr
zu essen.» Es sei unverantwortlich und moralisch inakzeptabel, dass man
enorme Subventionen zahle, um aus Lebensmitteln Biotreibstoff zu machen. «Das ist politischer Wahnsinn.». Kortmann
verwies auf Untersuchungen des «International
Food Policy Research Institute» in Washington, wonach bei jedem
Prozentpunkt, um den die Nahrungsmittelpreise steigen, zusätzlich 16 Millionen
Menschen auf der Welt von Hunger bedroht seien. «Das macht im Grunde das ganze Ausmaß dessen deutlich, womit wir es zu
tun haben.» In Indonesien würden für den Anbau von Ölpalmen zum Teil
Landflächen enteignet. Derzeit würden in dem südostasiatischen Land auf einer
Fläche von 6 Millionen Hektar Ölpalmen angebaut. Bis 2020 werde diese Zahl nach
Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen auf 20 Millionen Hektar steigen.
Laut Brabeck verwenden die USA in diesem Jahr 138 Millionen Tonnen Mais nur für
Biotreibstoff. Diese Menge fehle für die Lebensmittelproduktion und treibe
nicht nur den Preis für Mais, sondern auch für Soja und Weizen nach oben.
Landwirtschaftlicher Boden werde zum knappen Gut. «Ebenso Wasser, das uns auszugehen droht.» Für die Produktion eines
Liters Bioethanol würden 4000 (!) Liter Wasser benötigt.
Argus im Juli 08