Interview: Der Meteorologe Wolfgang Thüne hält den Treibhauseffekt für
eine Erfindung der Atomlobby
Helena Schäfer / Steffen Königer
Herr Dr.Thüne, wie stehen Sie zur aktuellen Diskussion über den zu
hohen Kohlendioxid-Ausstoß in den Industrieländern und die damit
zusammenhängende Erderwärmung?
Thüne: Als Meteorologe halte ich die ganze Treibhaus-Diskussion für
absurd. Als Soziologe nehme ich sie überaus ernst, verbirgt sich doch
hinter dem Konzept Klimaschutz ein gewaltiges, ja globales
kulturrevolutionäres Projekt zum ökologischen Umbau der
Industriegesellschaften. Dies steckt versteckt in der Behauptung, allein
die reichen Industrieländer seien über den Kohlendioxid-Ausstoß für
die Erderwärmung verantwortlich.
Sind sie das also nicht?
Thüne: Nein,
das ist physikalisch unsinnig! Es gibt keine guten und
keine bösen Kohlendioxidmoleküle! Kein Körper, der unaufhörlich
wie auch die Erde Energie abstrahlt, kann sich in einer kälteren
Umgebung von selbst erwärmen. Auch die Atmosphäre bringt dieses Wunder
nicht zustande. Die darin befindlichen Kohlendioxid-Moleküle, die einen
winzigen Teil von 0,03 Prozent am Gesamtvolumen der Luft ausmachen,
verhalten sich energetisch völlig passiv. Sie müssen erst Energie
absorbieren, und dies können sie nur sehr selektiv, bevor sie diese
wieder mit Verlust emittieren. Sie können unmöglich die Erde von -18
Grad um 33 Grad auf +15 Grad erwärmen. Die
Behauptung vom natürlichen Treibhauseffekt ist eine raffinierte
wissenschaftliche Lüge!
Woran liegt es denn, daß die Meinungen der Wissenschaftler zum Thema
Treibhaus-Emissionen so weit auseinandergehen?
Thüne: Die hochgradigen Meinungsverschiedenheiten unter den
Wissenschaftlern sind Folge der unterschiedlichen politischen Gesinnung
und der Tatsache des „Wes
Brot ich eß, des Lied ich sing“! Ursprünglich
ist der Treibhauseffekt eine Erfindung der Atomlobby. Er ist eine
intellektuelle Glanzleistung der Kernphysiker. Sie verteufelten speziell
das Kohlendioxid als Klimakiller, um die fossilen Energieträger Kohle,
Erdöl und Erdgas aus dem Strommarkt zu verdrängen. Dann beschworen sie
die globale Klimakatastrophe herauf, um den atomaren
Sündenfall von Hiroshima
und Nagasakials
winzig erscheinen zu lassen im Vergleich zum drohenden globalen
Klima-GAU.
Ihr Buch „Der Treibhausschwindel“ hat den Untertitel „Die Erde
steckt in keinem Glashaus“. In der Schule wurde aber gelehrt, daß die
Ozonschicht mit einem Glashaus vergleichbar ist, das Wärme und
Sauerstoff speichern kann …
Thüne: Sollten Sie das tatsächlich so in der Schule gelernt haben,
dann ist das ein Zeichen dafür, wie erfolgreich die 68er
Kulturrevolution gewesen ist. Die Existenz der Lufthülle verdanken wir
der Masse der Erde und ihrer Schwerkraft!
Wie kommt es, daß Sie mit ihrem Standpunkt zu der Minderheit der
Wissenschaftler gehören?
Thüne: Ich glaube keineswegs, daß ich zu einer Minderheit gehöre. Ich
repräsentiere eher die schweigende Mehrheit, der der Zugang zu den
Medien erschwert wird und die daher öffentlich nicht wahrgenommen wird.
Die Dominanz der Treibhaus-Protagonisten in den Medien spiegelt den
Zeitgeist wider. Auch handeln die Medien nach dem Gesetz bad news are
good news; das Abnormale verkauft sich besser als das Normale. Normale
Wetterkatastrophen werden daher einfach zu Klimakatastrophen
umfunktioniert und doppelt vermarktet! Klimakatastrophen sind auch
deswegen ein Renner, weil jeder Journalist seiner Grusel-Phantasie
freien Lauf lassen kann. Er braucht sich um keine Folgen zu kümmern,
denn sein Tun ist straffrei, zumal er sich immer auf Wissenschaftler
berufen kann, die ihm diesen Unsinn eingeflüstert haben. Das Märchen
von der Sintflut, die den Kölner Dom in den blauen Meeresfluten
versinken läßt, stammt keineswegs vom Spiegel, sondern der Deutschen
Physikalischen Gesellschaft!
Nach Aussagen von Dr. Mojib Latif pendelte der Kohlendioxid-Gehalt in
der Atmosphäre in den letzten 500.000 Jahren zwischen zweihundert und
dreihundert parts per million, also millionstel Volumenteilen. Nun
werden 370 ppm gemessen, Tendenz steigend. Gibt es also doch den
„Effekt Mensch“ auf dem Planeten?
Thüne: Niemand bestreitet die erdgeschichtlichen Schwankungen des
Kohlendioxid-Gehaltes. Wie
Feinanalysen an Eisbohrkernen zeigen, waren sie jedoch immer Folge und
nie Ursache von Temperaturschwankungen! Hier wird einfach die
Wahrheit verdreht. Herr Latif kennt bestimmt den Report
Nr. 287 seines Institutes vom Februar 1999. Darin steht klipp und klar,
daß während der letzten 8.000 Jahre der Kohlendioxid Gehalt auf einem
konstanten Niveau von ungefähr 288 ppm verweilte. War das Klima etwa in
den letzten 8.000 Jahren auch konstant? Hier wird klar, warum ich die
Industrienationen davon freispreche, Klimakiller zu sein. Jeder
Klimaänderung gehen Wetterveränderungen voraus. Wer wie Kanzler Schröder
den Klimawandel stoppen will, müßte zuerst Herr über das
Wettergeschehen sein!
Was sollten aber Wissenschaftler davon haben, die Klimalüge zu
verbreiten?
Thüne: Politiker sind vom Naturell aus Gestalter- und Machertypen. Sie
fühlen sich als soziale Glücksbringer. Sie haben daher den Auftrag von
Wissenschaftlern, das Weltklima schützen und den Klimawandel stoppen zu
müssen, durchaus gern aufgenommen. Sie fragen nicht nach Sinn oder
Unsinn, sondern wetteifern untereinander um die Vorreiterrolle beim
Klimaschutz! Doch in dem ganzen Klimapoker sind die Mehrzahl der
Journalisten wie Politiker nur Statisten. Hinter
vorgehaltener Hand werden sie von den Klimaexperten als nützliche
Idioten belächelt, denen man jeden Bären aufbinden kann. Jährlich
werden Hunderte von Millionen Mark allein in Deutschland in die
sogenannte Klimaforschung gesteckt, auf Nimmerwiedersehen. Einen
Erkenntnisfortschritt gibt es nicht, denn Klima ist nur eine
statistische Größe, die vom Wetter abgeleitet wird. Doch
Wetterforschung ist mühsam und unpopulär! Während vom Staat der
Deutsche Wetterdienst finanziell ausgehungert wird, die
Wettervorhersagen in di! e verbale Beliebigkeit abgleiten, kassieren die
Klimaexperten für Prognosen, die nichts als numerische Spielereien,
ganz ohne Wert sind. Wundert es, wenn sich die Mehrzahl der jungen
Wissenschaftler konform verhält und in das lukrative
Klimaprognosengeschäft einsteigt?
Sollten dann nicht wenigstens die Klimagipfel abgeschafft werden?
Thüne: Der in Den Haag begonnene und in Bonn weitergeführte 6.
Klimagipfel ist ebenso überflüssig wie seine fünf Vorgänger. Es
ist ein teurer politischer Wanderzirkus, der inzwischen jeden
Unterhaltungswert verloren hat. Was auch immer an immer fauleren
Kompromissen zu Papier gebracht wird, nirgendwo auf der Erde wird sich
etwas am Klima ändern, weil das Wetter nicht die geringste Notiz von
den Beschlüssen nimmt.
Was halten Sie von dem Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll?
Thüne: Der Ausstieg von George W. Bush aus dem Kyoto-Prozeß war keine
Gegenreaktion auf Bill Clinton, er folgte einem 95:0-Votum des
US-Senats! Es war ein mutiger Schritt, wenn ich auch eine physikalische
Widerlegung erwartet hätte. Aber selbst Bush ist zuerst Politiker, der
Medienstimmungen berücksichtigen muß. Nur weil er konservativ ist,
entlud sich auf ihn als Kyoto-Spielverderber der ganze Haß der medial
global vernetzten Linken. Ich hätte mir gewünscht, daß Bush als
Ablehnungsgrund nicht nur auf die ökonomischen Folgen für die USA
verwiesen hätte, sondern das Treibhaus
als ideologisches Hirngespinst entlarvt hätte. Doch dies haben
wiederum amerikanische Wissenschaftler verhindert aus Angst,
die Milliardenfür
die Klimaforschung könnten gestrichen werden. Beim Geld wiederum sind
sich alle Wissenschaftler einig, es muß fließen, egal wohin! Auch läßt
im Moment der öffentliche Mediendruck es noch nicht zu, daß an dem
Mythos der Erde als Treibhaus ernsthaft gerüttelt wi! rd. Ich
appelliere daher an die eher konservativen Medien, mutig den notwendigen
Paradigmenwechsel anzustoßen und zu beschleunigen.
Das hieße also, wir hätten in der Zukunft nichts zu befürchten - wenn
ich da an den steigenden Meeresspiegel denke, bei dem die Prognosen ja
von bis zu 50 Meter ausgehen?
Thüne: Als Wetterfrosch gebe ich nur Prognosen ab, die ich auch
verantworten kann. Jeder weiß, daß der numerischen Berechenbarkeit des
Wetters zwei grundsätzliche und unüberwindbare Grenzen gesetzt sind
infolge der Unberechenbarkeit chaotischer Systeme. Und das Wetter ist
der Prototyp eines chaotischen Systems! Kohlendioxid
ist kein
Luftschadstoff! Es ist absolut
unverzichtbar in der Luft. Ohne
Kohlendioxid keine Pflanzen und damit keine Nahrungs- und
Sauerstoffproduzenten, kurz, es gäbe kein Leben auf der Erde.
Wenn die Grünen das atmosphärische Kohlendioxid als umweltschädlich
bezeichnen, dann zeigen sie, daß sie auch in Biologie nicht die
geringsten Kenntnisse besitzen und reine Ideologen sind. Allen
Abgeordneten aller Parteien, die dem Zeitgeist gehuldigt und das
Scheitern des Klimagipfels bedauert haben, empfehle ich eine Führung
durch den Botanischen Garten in Berlin. An der Eingangspforte
steht der Satz: „Hab’ Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch
sie!“ Der ! Satz ist wirklich des Nachdenkens wert.
Dr. phil. Wolfgang Thüne, geboren 1943 in Rastenburg, Ostpreußen. Er
studierte von 1962 bis 1967 in Köln und Berlin Meteorologie und
Geophysik sowie Mathematik, Physik und Geographie. Abschluß als
Diplom-Meteorologe. Moderierte von 1971 bis 1986 den Wetterbericht im
ZDF. 1981 bis 1986 Zweitstudium der Soziologie und
Politikwissenschaften, dann Promotion. 1986 bis 1990 Repräsentant der
Konrad-Adenauer-Stiftung in Brasilien.
Buch zum Thema: Wolfgang Thüne: „Der Treibhausschwindel - Die Erde
steckt in keinem Glashaus“; Oppenheim 2000, ISBN-Nr.: 3-9803768-9;
49,90 Mark.. Weiterführendes im Internet unter: www.treibhaus-schwindel.de
gelesen in © JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de